Aus der Geschichte von St. Michael

Omnia tempus habent.
Alles hat seine Zeit.

1600 Beginn1600
Michaelskloster um 1600
1850 Michaelkirche1200
Michaelskirche und -straße um 1850
Michaelstraße 1904
1904 - Michaelstraße mit Blick auf das Michaelskloster
1908 Turnhalle1600
Sportunterricht im Elisabethhaus 1908
1910 Michaelstr1600
Die Michaelstraße 1910
1911 Garten1600
Blick aus dem Garten des Michaelsklosters 1911
1920 Turnhalle1600
Die Aula im Elisabethhaus 1920
1925 Acablick1600
Kapelle und Klostergarten 1925
1925 Gartenpartie1600
1925 - Gartenpartie
1925 Klasse_1600
1925 - Kunstunterricht in einem Klassenraum
1925 Handarbeit_1600
1925 - Handarbeitsunterricht im Klassenraum
1925 Speisesaal_1600
1925 - Der Speisesaal der Schule
1925 Schulhof_800
1925 - Auf dem Innenhof, dem Schulhof von St. Michael. Rechts der Haupteingang, der noch heute an dieser Stelle liegt. Das Gebäude wurde im 2. Weltkrieg völlig zerstört.
1927 Nonnenheinrich_1600
1927 - Bei der Gartenarbeit. Der Herr trug den Namen "Nonnenheinrich"; neben ihm eine Magd und der Wachhund Luchs. Der "Nonnenheinrich" Heinrich Marschall stand 57 Jahre und die Magd Gerturd Schlenger 46 Jahre im Dienste des Michaelsklosters.
1927 Luft_1600
1927 - Luftaufnahme von Paderborn und St. Michael: unten links die Michaelskirche (sie trägt noch ihr "Türmchen"), rechts anschließend das Klostergebäude und die beiden Schulgebäude. Davor die parkähnlich gestaltete Gartenfläche. Viele der hier stehenden Gebäude existieren heute nicht mehr. Anstelle des Elisabeth-Hauses wurde in den 1960er Jahren der sogenannte Aula-Bau - heute B-Gebäude - gebaut. Die Michaelskirche trägt noch ihren Turm und auch der Verbindungsgang vom Kloster Richtung Altar ist gut zu sehen. Auch er wurde im 2. WK zerstört und nicht mehr aufgebaut.
1930 Garten_1600
1930 - Die Gartenanlagen von St. Michael. Im Hintergrund das Paderquellgebiet.
1940 Michaelstr_1600
1940 - Blick in die Michaelsstraße auf St. Michael
1945 Michaelstr_1600
1945 - Beim schweren Bombenangriff am 25. März 1945 wurde auch das Michaelskloster stark bis völlig beschädigt.
1950 Michaelstr_1600
Nach 1945 - Erste Aufräumarbeiten haben die Michaelsstraße wieder passierbar gemacht.
1955 Michaelstr_1600
1955 - Die Kriegsschäden sind weitgehend behoben, ein neues Schulgebäude ...
1955 Schulfront_1600
... ist gebaut worden. Später trägt es den Namen Altbau, heute A-Gebäude. Später werden hier links eine Sporthalle und weitere Unterrichtsräume angebaut.
1955 Schule_1600
1955 - Blick von innen auf das neue Schulgebäude mit dem Haupteingang.
1957 Luft_1600
1957 - rechts das Elisabeth-Haus, links die Alexius-Kapelle, der man die Zerstörungen durch den Bombenangriff noch ansieht.
Anfang 1957 - Blick auf die Paderborner Innenstadt mit Focus auf das Grundstück des Michaelsklosters. (Stadtarchiv Paderborn; Ausschnitt)

Aus der Geschichte unserer Realschule

Als die Realschule am 1. Oktober 1950 eröffnet wurde, lag das Schulhaus an der Michaelstraße – heute „Altbau“ genannt – größtenteils noch in Trümmern. Aufgebaut war lediglich der Trakt über der Klosterpforte (heute Schwester Theresias Büro, die Jugendbücherei und darüber der „alte Physikraum“ und einige Klassenräume). Das so genannte „St. Elisabeth“ (wo heute der Aulaflügel steht) war nicht so stark beschädigt gewesen durch den Angriff vom 27. März 1945 und konnte ab 1947 mit mehreren Klassenräumen, einer Turnhalle und Zimmern für die Internatsschülerinnen benutzt werden. Natürlich reichten die vorhandenen Räume noch nicht für beide Schulen aus. Deshalb wurden in der obersten Klausuretage Klassenräume geschaffen. Besonders beliebt war dort die „Verandaklasse“ wegen ihrer weiten Aussicht. Auch im Erdgeschoss des Klosters wurde ein großer Raum für die Schule zur Verfügung gestellt. 1951 war darin z. B. eine Anfangsklasse der Realschule mit 53 (!) Schülerinnen untergebracht. Eine Schulpforte gab es noch nicht. Die Schülerinnen gelangten durch eine von Trümmern befreite Passage etwa dort, wo sich heute die „alte Turnhalle“ befindet, auf den Schulhof.

Nach und nach wurde das Schulhaus an der Pader wieder aufgebaut: zunächst der Teil zum Schulhof hin bis zur heutigen Schuleingangshalle. Die Schaukästen auf den Fluren waren damals die Fenster zur Straße hin! Bis zur Fertigstellung dieses Teils hatten wir noch keine Schulküche. Der Kochunterricht durfte dank des Entgegenkommens der Stadt in der Schulküche der Karlschule sein. Ab Ostern 1953 konnte unsere eigene Schulküche in Betrieb genommen werden. Ausgestattet war sie mit drei Gasherden, einem Elektroherd und einem Kohleherd, „damit die Schülerinnen auch mit den Tücken eines solchen umzugehen lernten“, wie es in der Klosterchronik heißt.

Dafür kamen die „Kochklassen“ aber in den Genuss eines eigenen Esszimmers neben der Schulküche, das heute als Sprechzimmer benutzt wird.

 

Nachdem die erste Hälfte (zum Schulhof hin) fertig gebaut war, wurde der Teil zur Straße hin in Angriff genommen. Dort konnte aber nur nachmittags gearbeitet werden, damit der Schulunterricht nicht durch die Bauarbeiten gestört wurde. Trotzdem wuchs der Bau zügig, und am 10. Dezember 1954 wurde die Schulpforte mit der Eingangshalle (an der heutigen Stelle) für den „Verkehr“ geöffnet!

Bis zum Sommer 1958 war auch der letzte Wiederaufbauabschnitt (von der Schulpforte bis zur Turnhalle) beendet, und das 300-jährige Jubiläum des Michaelsklosters konnte gefeiert werden, wobei die „neue“ Turnhalle als Festsaal bzw. Aula diente. Diese „Ehre“ hatte sie bis 1967. Allerdings mussten zu jeder Veranstaltung dort Stühle aufgestellt und nachher wieder fortgeräumt werden. Sie wurden bis zur nächsten Aufführung im Geräteraum gestapelt. Das Holen, Aufstellen und Wegtragen war bei den Schülerinnen gar nicht beliebt!

Jede Erweiterung des Schulgebäudes machte natürlich Umzüge von Klassen- und von Fachräumen nötig. Zu Beginn der sechziger Jahre war abzusehen, dass die bereits vorhandenen Räume der wachsenden Schülerinnenzahl und den Anforderungen der Zeit nicht mehr genügen würden. Es wurde daran gedacht, das Gebäude „St. Elisabeth“ aufzustocken. Doch dazu erteilte das Bauamt keine Genehmigung, weil das Haus nach dem Krieg nur „behelfsmäßig aufgebaut worden sei und das Mauerwerk ein weiteres Stockwerk nicht tragen könne“. Es blieb nur eine Möglichkeit, den notwendigen Raum zu schaffen: Der Bau musste abgerissen und ein ganz neuer, moderner an dessen Stelle errichtet werden. Wo aber sollten die Klassen aus „St. Elisabeth“ in der Zwischenzeit bleiben? Im Garten wurde eine Baracke mit neun Klassenräumen aufgestellt. Ab 13.12.1963 konnten sie benutzt werden. Die Holzwände waren natürlich dünn, und wenn Herr Gudemann, unser Mathelehrer, in einer Klasse unterrichtete, hörten zumindest die Nachbarklassen manchmal mehr auf ihn als auf den eigenen Unterricht! Die Übergangszeit bis zur Fertigstellung des Neubaus dauerte bis zum 1. September 1965. Sechzehn Klassen konnten an diesem Tag in den Neubau einziehen. Die Aula selbst – als Verbindung zwischen Alt- und Neubau – war 1967 fertig. Die ersten Entlassungsfeiern des Gymnasiums und der Realschule konnten im Sommer dort stattfinden. Die Aula ist dafür „verantwortlich“, dass der damalige Neubau den Namen „Aulaflügel“ erhielt.

Ein weiterer Neubau folgte nämlich in den Jahren 1974 bis 1977. Er war vor allem für den naturwissenschaftlichen Unterricht geplant. Die Chemie-, Physik- und Biologieräume wurden mit den damals modernsten Einrichtungen ausgestattet. Eine Doppelturnhalle neben dem Foyer konnte dem aus Raummangel nur eingeschränkt erteilten Sportunterricht abhelfen. In der obersten Etage dieses Neubaus, der seinen Namen übrigens bis heute behalten hat (weil ihm kein anderer mehr folgte), gab es neben einem großen Kunstraum und einem Fotolabor auch noch Platz für mehrere Klassenräume, ebenso in der zweiten Etage.

Im Zusammenhang mit der Errichtung des Aulaflügels wurden auch der Schulhof und der Garten umgestaltet. Es entstanden eine Pausenhalle und hinten im Garten ein großer Sportplatz. Ein Teil des Gartens wurde dem Schulhof „geopfert“, da der Aulaflügel größer und breiter war als das alte „St. Elisabeth“. Die Gemüse- und Blumenbeete im Garten mussten Rasenflächen weichen, die als Sportflächen genutzt werden sollten. Auch eine Gymnastikhalle wurde gebaut, die aber später im Neubau „unterging“.

In den Anfangsjahren herrschte bei uns wie an allen Schulen strenge Disziplin! Am Ende der großen Pause stellten sich alle Schülerinnen paarweise an dem für ihre Klasse bestimmten Platz auf und zogen dann schweigend (!!) durch die verschiedenen Eingänge in die Schule ein.

Auch eine „Kleiderordnung“ gab es: Schuhe mit „Pfennigabsätzen“ waren verboten, ebenso der Gebrauch von Make-up. Wenn Eltern wünschten, dass ihre Tochter (natürlich nur im Winter!) eine lange Hose trug, musste in der Schule ein Rock darüber angezogen werden! Einige Jahre später kam die „Minimode“ auf. Da waren lange Hosen doch noch anständiger als die kurzen Röckchen, und die Hosen wurden „schulfähig“… Heute müssen wir die Schülerinnen gelegentlich darauf hinweisen, dass sie die Schule nicht mit dem Strand verwechseln.

Früher wurde die Schule sehr ernst genommen. Wer unsere Schule besuchen wollte, musste sich vorher einer Prüfung unterziehen, die nicht leicht war. Die Kinder des 4. oder auch 5. Jahrgangs der Volksschule kamen drei Tage zum Probeunterricht. In Gruppen von je 15 bis 20 Schülerinnen wurden sie von einer vom Schulrat bestimmten Volksschullehrerin und einer Lehrkraft unserer Schule unterrichtet. An jedem der drei Tage wurde eine schriftliche Arbeit gemacht, und zwar Rechnen, Diktat, Aufsatz. Die mündlichen und schriftlichen Leistungen wurden bewertet und bildeten die Grundlage für das Bestehen oder Nichtbestehen der Aufnahmeprüfung. Den Schülerinnen, die die Prüfung bestanden hatten, wurde an mehreren Sonntagnachmittagen vor den Osterferien Gelegenheit gegeben, ihre zukünftige Schule kennen zu lernen. Einen Tag der offenen Tür wie heute kannte man damals noch nicht. Mit Eltern, Geschwistern, Großeltern und sonstigen Verwandten wurden sie dann – vor allem von Mutter Liboria – durch das Haus geführt.

In der 10. Klasse der Realschule wurden zwischen Weihnachten und Ostern so genannte Jahresarbeiten geschrieben. In jedem (!!) wissenschaftlichen Fach wurde eine mehrstündige Klassenarbeit auf DIN-A4 Blättern gefordert aus dem Stoffbereich nicht nur des letzten Halbjahres oder der letzten vier Stunden, sondern des ganzen Schuljahres!

Dreimal im Jahr gab es Zeugnisse: vor den Sommerferien, zu Weihnachten und zu Ostern! Später wurden sie auf zwei reduziert, die im Oktober und zum Versetzungstermin ‑ also zu Ostern ‑ ausgestellt wurden. Alle Zeugnisse hatten ganz oben die „Kopfnoten“ für „Führung“, „Mitarbeit im Unterricht“, „häuslicher Fleiß“ und „Ordnung“. Mit der Umstellung des Schuljahrsbeginns auf den 1. 8. änderten sich die „harten“ Bestimmungen. An die Stelle der Aufnahmeprüfungen traten die Gutachten der Grundschule. Jahresarbeiten und Kopfnoten entfielen. Heute wird wieder darüber diskutiert, solche Kopfnoten einzuführen.

Bis 1966 begann das Schuljahr offiziell jeweils am 1.4., d. h. nach den Osterferien. Um den Schuljahrsbeginn in den westlichen Ländern Europas einheitlich zu handhaben, wurden in Nordrhein-Westfalen durch das Kultusministerium zwei Kurzschuljahre angeordnet: das erste vom 1.4. bis 30.11.1966, das zweite vom 1.12.1966 bis 31.7.1967. Ohne Ferien, allerdings mit Versetzungszeugnissen, schlossen die beiden Schuljahre „pausenlos“ aneinander an.

Auch der Fächerkanon änderte sich. Zugunsten der wissenschaftlichen Fächer wurden Gartenbau, Hausarbeit, Säuglingspflege, Stenografie und Schreibmaschinenunterricht nicht mehr erteilt. Am Französischunterricht nahmen in der 7. Klasse alle Schülerinnen teil, um die Sprache kennen zu lernen. Ab Klasse 8 wurde es Wahlpflichtfach. Das bedeutet, dass die „Nicht‑Franzosen“ nicht mehr frei hatten, wenn ihre Mitschülerinnen die 2. Fremdsprache paukten. Sie mussten dafür am „Ostkundeunterricht“ oder später an „Linguistik“ teilnehmen, wir boten diese als Alternativfächer an. Als die Differenzierung in der Realschule eingeführt wurde – zunächst noch freiwillig, nach einigen Jahren verpflichtend -, boten wir in Klasse 8 Sozial- und Wirtschaftskunde an, das in der 9. und 10. Klasse fortgeführt werden konnte, wenn man nicht ein Fach aus dem naturwissenschaftlichen Bereich (bei uns Biologie) oder eines aus dem musisch-künstlerischen Bereich (bei uns Kunst) wählen wollte. Das Fach Politik wurde in den für alle Schülerinnen verpflichtenden Fächerkanon aufgenommen.

Den Höhepunkt eines jeden Schuljahres bildete das Fest des hl. Petrus Forerius, unseres Ordensstifters, das am 7. Juli mit vielen Darbietungen und Aufführungen gefeiert wurde. Unvergessen bleibt sicher der Zirkus „Michapadoni“, der uns 1955 mit seinen Affen, Giraffen, Elefanten, einer Riesenschlange, mit Akrobaten, Zigeunern, Indianern und Chinesen erfreute. Alle Kostüme und Masken waren im Werkunterricht unter „Mutter Klaras“ Anleitung entstanden – übrigens die Idee auch! 1956 begingen wir das Fest als „Schützenfest“ mit einem zünftigen Königspaar – mit Vogelschießen am Tag vorher! – mit Hofstaat, Fahnenparade aller Klassen. Jede „Kompanie“ hatte sich einen Namen gewählt und eine Fahne gestaltet. Da gab es z. B. „Die müden Helden“, „Die Verregneten“, „Die Politiker“. Der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt. In ähnlicher Weise wurde 1959 eine große „Blumenschau“ arrangiert. Alle Klassen stellten durch ihren Kopfschmuck eine Blume dar. Im Festzug durch Haus und Garten sah man dann Mohnblumen, Margariten, Sonnenblumen, Pfirsichblüten, Narzissen, selbst Kakteen! Ein überaus farbenprächtiges Bild bot sich den Zuschauern. Auch Anfang der sechziger Jahre standen die Feste noch unter einem bestimmten Thema, z. B. „Völkertreffen in St. Michael“.

Aber als der Schuljahrsbeginn auf den 1.8. verlegt worden war, konnte so kurz vor dem Versetzungstermin keine große Feier mehr vorbereitet und durchgeführt werden. Außerdem wurde durch die Liturgiereform nach dem 2. Vatikanischen Konzil das Fest unseres Ordensstifters auf seinen Todestag, den 9. Dezember, verlegt. Seitdem wurde das Fest des hl. Erzengels Michael, unseres Schul-, Kirchen- und Klosterpatrons, als Schulfest begangen, oft als „Kirmes“ und mit allen möglichen Belustigungen wie Sackhüpfen, Ponyreiten, mit Verlosungen, billigen Einkaufsmöglichkeiten, mit Café und Imbissständen. Alle zwei Jahre stand auch eine Schulfahrt (im überlangen Sonderzug der Deutschen Bundesbahn mit Tanzwagen) auf dem Programm, z. B. nach Bremen, an den Rhein, in den Harz und ins Sauerland.

Früher berücksichtigte man die „Bitttage“ vor Christi Himmelfahrt in der Schule. An einem der drei Tage zog eine Bittprozession durch den Garten, an der selbstverständlich alle Schülerinnen betend und singend teilnahmen. Anschließend zelebrierte Herr Rektor Franzkowiak die hl. Messe auf dem so genannten Bunker, einem Relikt aus der Kriegszeit, das dem Neubau von St. Elisabeth weichen musste.

Der Bunker mit seinen Blumen, Steinen und verschiedenen Pflanzen war das hauptsächliche „Einsatzgebiet“ für die Schülerinnen im „Gartenbau“ unter „Mutter Giselas“ Regie. Wie es dabei zu ging, steht in der Abschlusszeitung von 1965 zu lesen. „Wilde Gesellen, vom Sturmwind durchweht, Mädchen mit Harke und Hacke ziehn wir dahin, wo der Apfelbaum steht, zünftig mit Holschen (Holzschuhen) und Jacke. Ob uns auch Bagger und Schieber verjagt ‑ uns geht die Sonne nicht unter. Ob Hitze oder ob Kälte uns plagt, wir graben hurtig und munter.“

„Uns geht die Sonne nicht unter“ – auch nach 50 Jahren nicht! 1975 feierten wir das „silberne Jubiläum“ der Realschule mit einer hl. Messe in der Kirche Maria zur Höhe, wo Herr Rektor Franzkowiak inzwischen Pfarrer war, mit einem Festakt in der Aula und am Nachmittag mit vielen, vielen lustigen Spielen. In Erinnerung ist mir vor allem das Wettessen von Negerküssen, wo jeweils ein Lehrer bzw. eine Lehrerin und eine Schülerin gegeneinander auftraten mit Eischaum und Schokolade im Gesicht das „Schlachtfeld“ verließen!

 

„Uns geht die Sonne nicht unter!“ Mit Gottvertrauen und in froher Zuversicht beginnen wir das zweite halbe Jahrhundert der Realschule St. Michael! Gottes Segen der ganzen Schulgemeinschaft!

M. Remigia Schulze‑Eckel

(Sr. Remigia hat diesen Text für mich im Jahr 2000 geschrieben. Seinerzeit hatte ich die Website unserer Realschule entwickelt und verwaltet.)

1958 Schule_0800
1958 - Auf dem Schulhof während einer Unterrichtspause.
1959 Luft_1600
1959 - Luftaufnahme vom Michaelskloster: Elisabethhaus, neues Schulgebäude mit Sporthalle im Erdgeschoss, Kloster, Michaelskirche (ohne Turm), Gartenanlagen und Pausenhof. Auch das Kloster hat einen Anbau am linken Ende bekommen. Im Hintergrund: An der Wasserkunst und die Mühlenstraße/Kisau.
1960er BiologieSrCornelia_800
1960er - Biologie-Unterricht bei Sr. Cornelia.
1960er Schulküche_800
1960er - In der Schulküche beim Hauswirtschaftsunterricht. Schürze und Kopfbedeckung sind obligatorisch.
1960er Verkehrserzhg_800
1960er - Verkehrserziehung gab es es schon damals - mit Tretrollern!. Auch der sichere Umgang auf der Straße mit Kleinkindern im Kinderwagen wurde geübt.
1960er ChemieSrCornelia_800
1960er - Chemieunterricht bei Sr. Cornelia. In den 1950er und 1960er Jahren wird der naturwissenschaftliche Unterricht normalerweise von einer Augustiner Chorfrau durchgeführt.
1960er Sport_800
1960er - Akrobatischer Sportunterricht auf dem Pausenhof. Die Sicherheit wurde noch weniger groß geschrieben. Übergewicht bei Schülerinnen? Fehlanzeige!
1962 Luft_1600
1962 - Die farbige Luftaufnahme gibt dem Betrachter einen schönen Blick auf das idyllische Michaelsgelände. Die schönen alten Gebäude an der Wasserkunst im Paderquellgebiet werden bald verschwinden. Im Zuge des Neubaus von Schule und Sporthalle an der Michaelstraße wurde auch das Elisabethhaus mit dem Neubautrakt verbunden.
1963 Luft_1600
1963 - Das Elisabethhaus entspricht nicht mehr den Anforderunegn und wird duch den sogenannten Aulaflügel ersetzt. Neben vielen neuen Klassenräumen, einem zwei Lehrerzimmern (Nichtraucher, Raucher) wird auch eine große Aula gebaut. Die Baustelle erinnert ein wenig an das Jahr 2018. Damals wurde zum Vorteil von Realschule und Gymnasium gebaut, heute tritt das Gegenteil ein. An der Wasserkunst sind beide Gebäude im Paderquellgebiet angerissen worden.
1963 Schulhofbau_1600
1963 - Der Schulhof erhält überdachte Gänge.
1964 Aulabau_1600
1964 - Der Rohbau des Aulaflügels steht, die Aula fehlt noch. Unter dem Aulaflügel ist ein Bunker gebaut worden, der noch heute steht und begangen werden kann (wenn es denn die Hausmeister bei besonderen Gästen zulassen). Der Pausengang ist fertiggestellt. Eine Hilfsbaracke beinhaltete einige Unterrichtsräume während der Bauphase. Die Fertigstellung erfolgt offiziell am 1.9.1965. Natürlich hatte das Michaelskloster einen Sportplatz, hier noch die provisorische Variante neben der Baubaracke. Hatte, bis 2018.
1977 Neubau_800
1977 - Ein weiterer Neubau mit naturwissenschaftlichen Fachräumen und Klassenräumen sowie eine Sporthalle werden gebaut. Hier wird Richtfest gefeiert. Dieser Bau hieß Neubau und wird heute C-Gebäude genannt. Am 15.09.1977 fand die Einweihung statt.
1983 Konvent_1600
1983 bestand der Konvent noch aus ziemlich vielen Schwestern. Nicht alle Chorfrauen sind versammelt. Zu erkennen sind u. a. die ehemaligen Schulleiterinnen Sr. Johanna, Sr. Theresia und Sr. Remigia sowie Sr. Ancilla.
1991 Abschluss
1991 - Die 10er Realschulklassen haben ihren "Chaostag". Ein Trabi ist mit einer Lehrperson besetzt und wird auf Zeit durch den Parkour geschoben. Irgendwann hat es dann eine Havarie mit einem Tragepfosten der Pausenhalle gegeben.
1995 Schulhof_800
Blick auf den grünen Schulhof in 1995. Pflanzen, Sträucher, Bäume umgeben die Pausenhöfe, den Sportplatz und die Laufbahn.
1997 400 Jahre_800
1997 findet die großartige 400 Jahr-Feier statt. Vom 27. bis 29. Juni 1997 wurde "400 Jahre Kloster St. Michael" gefeiert. Das Fest stieß auf eine gewaltige Resonanz und wurde für alle Beteiligten und Gäste zu einem unvergesslichen Erlebnis.
2000 Expo H_1600
2000 - Die beiden Michaelsschulen sind zu Gast bei der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover.
2008 Alexis_800
2008 - Außenansicht der Alexiuskapelle. Im Hintergrund der Dom.
2008 Kirchenfront_1600
2008 - die Außenfassade von Kloster und Kirche St. Michael
2008 Klosterhof_1600
Der Innenhof des Michaelsklosters
2008 Jubiläum5_800
2008 - 350 Jahre Schulen St. Michael
2008 Jubiläum1
Gefeiert wurde bis in die Nacht hinein.
2008 Luft
2008 - Blick aus dem Domturm auf St. Michael
2008 vom Dom_1600
2008 - Blick aus dem Domturm auf St. Michael, hier herangezoomt. Diese Aufnahme zeigtb im Prinzip den Bauzustand während meiner Zeit an St. Michael, also seit den 1980er Jahren. In den 2010er Jahren wurde Renovierungen am Aulaflügel, am Altbau und am Klostergebäude durchgeführt. Insbesondere der Aspekt der Sicherheit - die meines Wissens nach nirgendwo auf der Erde annähernd strenge Vorgaben hat wie in Deutschland - erfordert immense finanzielle Aufwendungen im Innenbereich der Gebäude. Schließlich folgte die Übernahme der Schulen St. Michael durch das Erzbistum Paderborn im September 2012. Seit dem Schuljahr 2012/13 haben wir die Schulstundentaktung von 45 auf 67,5 Minuten durchgeführt. D.h., eine "neue" Schulstunde entspricht 1,5 "alten" Schulstunden. Diese Änderung im Schulrhythmus hat sich für alle Seiten bewährt. Der Sportplatz und die Laufbahn sowie der Großteil der Bäume fallen 2018 dem neuen Schulkonzept des Erzbistums, das zusätzlich eine Grundschule auf dem Gelände vorsieht, zum Opfer.
2016 StM02_1600
2016 - Blick auf die St. Michaelsschulen: links der Altbau (A-Gebäude), rechts der Aulaflügel (B-Gebäude) (B. Allroggen)
2016 StM01_1600
2016 - ein Blick von Westen auf große Teile von St. Michael (B. Allroggen)
2018 StM01_1600
Juni 2018 - die Bagger sind angerückt, das Terrain wird für den Bau einer Grundschule und einer Sporthalle vorbereitet (B. Allroggen)
2018 StM06_1600
August 2018 - Ferienende. Das (nicht ganz vollständige) Kollegium der Realschule St. Michael hat am Bagger Aufstellung genommen. Die Fröhlichkeit bezieht sich wahrscheinlichlich auf das bevorstehende neue Schuljahr 2018/19 und nicht auf die Bauarbeiten. Oder gar auf die in den Ferien stattfindenden Konferenztage? (B. Allroggen)
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Stand der Bauarbeiten im November 2018 (B. Allroggen)
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Der Rest-Schulhof Teil 1: ein Bruchteil der ursprünglichen Fläche. (B. Allroggen)
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Hier entsteht die neue Sporthalle (B. Allroggen)
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Der Rest-Schulhof Teil 2: ein paar Quadratmeter vor dem B-Gebäude bis hoch zur ... Früher waren hier Fahrradstellplätze. (B. Allroggen)
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... Alexiuskapelle. In der Ecke hinter der Alexiuskapelle stehen jetzt Fahrräder. Die Laufbahn existiert nicht mehr. (B. Allroggen)
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Baufortschritt Pfingsten 2019: vorn die Dreifachsporthalle, hinten das Grundschulgebäude. (B. Allroggen)
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Baufortschritt Pfingsten 2019: vorn von links: der Aulaflügel (Gebäude B), die Dreifachsporthalle, die Grundschule, hinten die Abdinghofkirche. (B. Allroggen)
Baufortschritt Pfingsten 2019: Draufsicht auf das Grundschulgebäude (oben) und die Dreifachsporthalle. Links Am Abdinghof, oben das Paderquellgebiet, rechts An der Wasserkunst. Bäume von St. Michael? Unser Sportplatz? Der große Schulhof? Die Antworten erkennst du in den Fotos! (B. Allroggen)

Die bisherigen Schulleiterinnen der Realschule St. Michael

SL1 Salesia58
Sr. M. Salesia Neukirch - 1950-66
SL2 sr-m-remigia
Sr. M. Remigia Schulze-Eckel - 1966-89
SL3 Theresia
Sr. M. Theresia Brammen - 1989-2006
SL4 Oppenhoff_200
Frau Gertrud Oppenhoff - 2006-heute
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