Lehrer an St. Michael

1998 Band
Hier habe ich die große Ehre, mittig in der berühmt-berüchtigten Girlgroup LMCJ (El em ci jey) fotografiert zu werden! Die Rückseite des handsignierten Fotos wurde folgendermaßen beschriftet: Die oft kopierten, aber nie erreichten LMCJ mit dem "Pulli-Blender"! Wow! Abschluss, 10.06.1998.
2018 Meine 9b
Meine letzte Klasse: 31 tolle Mädchen, die ich jetzt auch ein bisschen vermisse... Viel Erfolg bei eurem Abschluss 2019!!!
EuropaParlament_2018_10a1600

Es ist nicht einfach zu beginnen. Deshalb fange ich einfach ‘mal am Ende an. Diese Fotomontage erhielt ich von einigen Mädchen kurz vor meiner Pensionierung im Juni 2018. Das Foto verstehen nur die Insider der Klasse. Es entstand aus Bemerkungen, die ich im Unterricht machte. Dem Foto beigelegt war ein 3 Seiten langer Text. Er war sehr nett und überaus wohlwollend geschrieben. Die 7 Mädchen auf dem Foto habe ich danach nicht mehr wirklich sprechen können. Jetzt sage ich ihnen “Vielen lieben Dank!”

Meine eigene Klasse 9 habe ich nach einer viel zu kurzen Kennenlernphase (Jg. 8 und 9) verlassen müssen. Es hat mich sehr berührt, dass hier einige Mädchen mich vermissen werden und sich ihrer Tränen nicht geschämt haben. Auch ich vermisse so viele von euch…

Auf meinem letzten Elternsprechtag hatte ich viele Gespräche mit sehr netten, verständnisvollen Eltern der Jahrgänge 9 und 10. Es hat mir gut getan, was einige von ihnen zu mir sagten, da sie von meiner bevorstehenden Pensionierung erfahren hatten. Wenn ich ehrlich bin, habe ich die Elternsprechtage sehr gern gemocht, obwohl auch ich vorher immer etwas angespannt war. In den Jahrzehnten, in denen ich insgesamt an vier unterschiedlichen Schulen als Lehrer gearbeitet habe, habe ich ganze zweimal Eltern vor die Tür gesetzt, weil sie einfach nur unverschämt waren. 2 von 2000, 1 Promille. Das spricht für Sie, liebe Eltern.

Alle die mich kennen, wissen, dass der Umgang mit mir nicht immer einfach ist. In der Familie, bei Verwandten, im Kollegium, in der Klasse. Ich sage auch jemanden, was ich über ihn denke, wenn ich es für angebracht halte. Nicht immer diplomatisch, nicht immer pädagogisch, aber doch meist höflich genug und ehrlich. So bin ich. Diese Linie wird sich auch auf dieser Website, auf dieser Lehrer an St. Michael-Seite, fortsetzen. Genau diese Haltung habe ich jahrzehntelang versucht meinen Schülerinnen und Schülern mitzugeben. Nicht ducken, nicht kuscheln, Rückgrat zeigen, auch und gerade gegenüber Lehrern, wenn man ungerecht behandelt wird. Auch wenn die Folge eine schlechtere Benotung ist. “Bleib dir treu!” Meine Impulsivität ist sicher keine lobenswerte Eigenschaft, ich kann sie aber kaum abstellen, wenn mich etwas aufregt. Ich habe auch und gerade in der Schule so gehandelt und gelebt, wie ich geredet habe. Ich würde heute wieder alles genau so machen, einfach weil ich es zu der Zeit, als ich es gemacht habe, für richtig gehalten habe.

Hierzu eine kleine Anekdote aus meiner Schulzeit, die sicherlich die eine oder andere Schülerin von mir zu hören bekommen hat. 1972, ich war in der Unterprima (Jg. 12 von 13). Wir sollten eine unangekündigte Deutschklassenarbeit schreiben. Nee, das machen wir nicht, waren sich alle in der Klasse einig. Dann kam der Lehrer, unser auch von mir geschätzter Direktor Pater Schadt. “Wer nicht mitschreibt, kriegt ‘ne 6!”, waren sinngemäß seine Worte. Minute um Minute holten immer mehr Mitschüler ihre Sachen hervor und begannen. Zwei Mitschüler und ich ließen sich nicht erweichen. Ich war schon ‘mal sitzengeblieben, mit einer 6 wird das nochmal passieren können. Das könnte das Ende meiner Schulzeit werden! Das war mir egal, weil es ungerecht war. Ich bekam meine 6, aber unser Pater Schadt hat mir in der nächsten Klassenarbeit eine 3 gegeben. Ich bin der festen Überzeugung, dass hat er nur gemacht, damit ich nicht noch einmal sitzen bleibe.

Lehrertypen

von 1984 bis 2018

Immer wenn ich durch das Lehrerzimmer gehe und ihn sehe, muss ich an seine tollen Witze denken. Besser kennengelernt habe ich diesen netten Kerl recht gut, als wir in den 1980er Jahren zusammen Lehrersport gemacht haben. Man musste freitags abends zur Sporthalle gehen; kam man wintertags zu spät und es war schon dunkel, war dieser Gang über den Schulhof heikel. Wo sind die großen Hunde der Augustiner Chorfrauen. Hoffentlich im Zwinger! Das war die Zeit, als es zwei Lehrerzimmer gab, ein großes, enges, in dem Realschul- und Gymnasiallehrer quer gemischt zusammmen saßen. Als noch nicht einige Pappnasen unbedingt meinten, die Zimmer sollen viel lieber getrennt werden nach Schultypen. Seinerzeit war das normale Lehrerzimmer für die überwiegende Mehrheit, wenn auch recht eng auf unseren Arbeitsplätzen; heute ist es auch eng auf dem Tisch und wir haben keine Fächer mehr unter dem Tisch. Dieses Phänomen erinnert mich total an ALLES, was in der Schule insgesamt in den letzten 40 Jahren verändert, verschlimmbessert wurde. Soo, das andere, kleinere Zimmer war für die Raucher. Da saßen aber auch Nichtraucher. Und es war verdammt verraucht. Und enthielt die Lehrerbibliothek. Wenn du hieraus irgendetwas mit in die Klasse nahmst, dachte jede Schülerin, auch du seiest ein Raucher, einer dieser süchtigen Typen, die heute entweder sich irgendwo in der Schule verstecken müssen oder ins Paderquellgebiet auswandern. Das mit dem Verstecken wird ja bald schwierig. Herr (ach du jeeh, ich hätte fast das neue Datenschutzgesetz vergessen!!!) nn hat mit der Schulhofverkleinerung seit 2018 immerhin einen Beitrag für die Lehrergesundheit geleistet. Ok, zurück zum Typ. Also dieser nette Kerl war beim Volleyball immer sehr verbissen und erfolgsorientiert. Sehr, sehr. Genau wie sein Geschmack später beim Italiener. Calcone, bitte extra extra scharf. Zwei seiner Witze kommen jetzt. Ich als Geograf mag den über Timbuktu, eine Stadt in der Nähe des Nigers in Mali, sehr gern. Den anderen aber genauso gern.

Ein Geistlicher und ein australischer Schafhirte treten bei einem Quiz gegeneinander an. Nach Ablauf der regulären Fragerunde steht es unentschieden, und der Moderator der Sendung stellt die Stichfrage, die da lautet:
Schaffen Sie es, innerhalb von 5 Minuten einen Vers auf das Wort Timbuktu zu reimen?
Die beiden Kandidaten ziehen sich zurück. Nach 5 Minuten tritt der Geistliche vor das Publikum und stellt sein Werk vor:
I was a father all my life,
had no children, had no wife.
I read the bible through and through
on my way to Timbuktu.
Das Publikum ist begeistert und wähnt den Kirchenmann bereits als den sicheren Sieger. Doch da tritt der australische Schafhirte vor und dichtet:
When Tim and I to Brisbane went
we met three ladies cheap to rent.
They were three but we were two
so I booked one and Tim booked two.

Den anderen habe ich seinerzeit erstmalig ebenfalls bei ihm gehört: Kollegin nn hat morgens den Kaffee gemacht, xx trinkt einen Schluck und sagt dann laut: “nn, I find that your coffee is little like making love in a canoe.” She:”???” He:” It’s fucking close to water!”

Eine andere Geschichte. Freiwilliger, mehrtägiger Lehrerausflug in eine fränkische Großstadt am Main. So gefühlt drei Viertel des Kollegiums sind mitgefahren. 1990er Jahre. In der ersten Nacht haben wir uns schon sehr gut amüsiert. Es ist spät geworden. Ich bin ja kein Alkoholtrinker, eher ein Antialkoholiker, und ohne Bruno hätte ich frühmorgens den Weg zu unserer Unterkunft mit Sicherheit nicht zurück gefunden. Dennoch, beim Frühstück sitze ich frisch geduscht, gut gelaunt und den Umständen entsprechend fit am Tisch. Alle sitzen an den Tischen. Ääh, wer kommt denn da noch angeschlichen. Die Augen zu schmalen Schlitzen wie bei einem Koreaner zugekniffen, miesmutig die Stufen zum Frühstücksraum hinuntertapsend, erscheint Kollegin nn. Wir hätten schreien können vor Entzücken. Hat denn keiner der Raucher unter uns zwei Streichhölzer mit? Habe das so nie wieder erlebt; hmm, vielleicht doch, in stark abgeschwächter Form morgens im Lehrerzimmer. Ja, doch, passt schon. Entlockt mir immer wieder ein Schmunzeln, wie man sich das Leben nicht einfacher machen kann, wenn man mit miesgrämiger Miene durchs Schulgelände stapft.

St. Michael. Im Kopierraum. Dort trifft man eigentlich immer die gleichen Typen. Die einen können den Kopierer bedienen, die anderen nicht. Die einen haben 17 Arbeitsblätter aus 7 verschiedenen Büchern zu kopieren, die anderen legen eine Sicherheitskopie der Elternsprechtagsliste an. Ein netter Ort für interschultypische Kommunikation. “Nimmst du mich mit, wenn du mit 90 noch Motorrad fährst?” Dann geht die Tür wieder auf und es kommt jemand. Aha. Ich werfe einen kurzen Blick auf das mitgebrachte Papier. “Ach, duuu hier! Seit wann machst duuu denn eigene Arbeitsblätter?” nn:”Ach du, weißte, das hat meine Tochter für mich erstellt!” “Hmmm!?”

Ich komme vom Büro, gehe durch die Aula zum Lehrerzimmer. Es ist jetzt heute. Wir haben getrennte Zimmer. Ich gehe natürlich durch das Gymnasialzimmer. Ist näher, ist netter als Treppe runter, Tür auf, Treppe hoch. Und da sitzen ja auch einige Typen, mit denen ich häufig beruflich zu tun habe. Ich greife mal eine heraus, es trifft aber auf mehrere zu. Da ist sie wieder. Kollegin nn hat eine Ausstrahlung, lächelt dich an, ist immer sehr freundlich, hilfsbereit. Ich mag das und habe es ihr auch vor meinem Weggang noch einmal ausdrücklich gesagt. Tja, solche Menschen braucht die Schule. Und dabei hat sie sicher kein einfaches, leichtes Leben zu führen. Großartig! Bei uns im Realschulkollegium gibt es schon mal den einen oder anderen, der nichts sagt, wenn er das Lehrerzimmer betritt, der nicht zuerst grüßt, wenn er dich sieht. Es sei denn, er will etwas von dir. So ist das mit den Menschen!

Ich fing im August 1984 an St. Michael an. Das erzähle ich hier jetzt nicht. Er begann genau ein Jahr später. Mittlerweile sind wir beide älter geworden. Er hat helleres Haar, schon etwas grau und weiß ist auch dabei. Falten habe wir beide, mein Haar ist noch nicht grau. Ich töne es immer ‘mal wieder, sieht einfach besser aus. Bei mir. Meine Frau ist ja auch noch deutlich jünger als seine. Sorry! Na ja, Bruno und ich sitzen seid 1985 im Lehrerzimmer immer zusammen. Das hat mir vieles leichter gemacht. Wir lachen über die gleichen Witze, wir lästern über die gleichen Kollegen, wir sind beide Motorradfahrer; wir haben so manchen Schulausflug zusammen unternommen. Einige waren die Highlights in der Geschichte, auch in der Schullaufbahn der teilnehmenden Schülerinnen. Wir sind gescheit. Wir wollten die Trennung zwischen Realschule und Gymnasium nicht. Im neuen Realschullehrerzimmer haben wir die Sitzplätze weit weg von der Tür – jahrzehntelang wurden wir in jeder großen Pause durch das ständige Klopfen der Schülerinnen mächtig gestört. Jetzt sitzen im Realschullehrerzimmer andere an der Tür. Das nervige Klopfen wegen jeder Lapalie gibt es immer noch. Von Pause kannst du nicht reden, kaum jemand von uns hat die Zeit, in der Pause die Pause zu nehmen, geschweige zu genießen. Aufsicht, Gespräch mit Kollegen, Telefon, Schwarzes Brett, Stundenverlegungen, Arbeitsblätter kopieren, das sollte ‘mal jemand in einer Firma während der Pause versuchen! Und das Arbeitsmaterial für den Beruf muss du auch noch selber bezahlen! Ich höre besser auf zu jammern. Bruno gehört zu den Typen, auf die du dich verlassen kannst. Einfach schön, dich an meiner Seite gehabt zu haben.

Er ist vielleicht der netteste, höflichste Kollege der ganzen Schule. Ich behaupte jetzt einfach ‘mal, dass wir uns ganz gut verstehen und leiden können. Nett gegen jedermann, egal ob Kollege oder Schülerin. Wird nie müde, immer noch ein aufmunterndes Wort zu sagen. Und groß isser. Bei so ziemlich jedem Gang durchs Lehrerzimmer, im Kopierraum, auf dem Schulhof, immer gibt es von uns einen netten Spruch, wenn wir uns sehen. An seinem Gesichtsausdruck kann man die Stimmung jederzeit ablesen. Etwa so, freitags um 13 Uhr: “Na, was issn los nn, du siehst aber verdammt schlecht heute aus, und müde. Und auch nicht motiviert.” Seine Antwort fällt mir im Moment gerade nicht ein, aber er hatte freitags Nachmittagsunterricht. … Sie ist/war für mich die attraktivste Kollegin bei uns in St. Michael; auch sehr nett, sportlich, die Figur stimmt, ein Lächeln auf den Lippen, schönes Haar und sehr modisch und abwechselungsreich gekleidet. (Im Gegensatz zu mir!) Ich mag ihre vielen kleinen Fältchen besonders. Sehr charmanter Mensch. … Er ist ein Unikum, eine Legende schon zu Lebzeiten. Früher noch recht sportlich, hoch intelligent, immer hilfsbereit, egal wann meine E-Mail ihn erreicht. Fan der schwarz-gelben. Ein echt netter Bursche. Früher spielten wir Tennis zusammen und bildeten mit Bruno ein tolles Prowo-Team. Wir waren alle drei Mitglieder der Lehrer-Fußballmannschaft St. Michael.  Auch wir verstehen uns prächtig! “Du mich auch!” Seine Witze haben es immer ‘mal wieder in sich! Tolle Typen gibt es eben. … Er ist der Mann mit den ernst zu nehmenden Fächern: E und F. Als ich das zum ersten Mal von ihm hörte, war ich etwas wütend, später relativierte ich meine Meinung, ich nahm es nicht ernst. Auch im Kern ein netter Kerl, wollte nicht so recht wahrhaben, was ich ihm zu erklären versuchte: “nn, ich kann E und F lernen, du kannst M und PH nicht lernen. Das ist der Unterschied!” … Sie kenne ich schon sehr lange. Eine Kollegin, die ich sehr schätze. Freundlich, aber bestimmt, mit dezidierten Ansichten. Wir haben einen guten Draht zueinander, obwohl wir anfangs ‘mal aneinander gerieten nach einem Klassenwechsel, lieben beide das Cabrio-Fahren und Mathematik. Eine, die Mathe, Deutsch und Englisch gelehrt hat, die nie “Ich, ich, ich” geschrien hat, wenn es in Konferenzen um Entlastungspunkte oder -stunden ging. Man kann offensichtlich gar drei Hauptfächer unterrichten, ohne ständig über die vielen Korrekturen zu jammern. Danke für die schöne Zeit mit dir.

Aus dem Leben eines Taugenichts

An einem schönen Tag im Jahre des Herrn 2014 sitzen einige Personen an ihren Tischen und wissen nicht so recht, was sie machen sollen. Sie alle haben eine Freistunde. Wir schauen in das Lehrerzimmer der Realschule St. Michael. Irgendwann durchbricht ein starkes Klopfen an der Tür die träge Luft. Kollegin nn sitzt leider der Tür am nächsten. Wer wagt es jetzt so heftig zu klopfen, mag sie denken. Jedenfalls will sie mit einer behenden Bewegung vom Stuhl aufspringen, hat dabei aber total vergessen, dass der Teppichboden einen recht hohen Reibbeiwert hat. Kurzum, sie bleibt mit dem rechten Fuß hängen und stürzt samt Stuhl auf die rechte Seite. Hier bietet das Lehrerzimmer genügend Sturzraum. Da sie nicht arg verletzt scheint, denkt der Beobachter. Oh, das war aber jetzt ‘mal eine coole Nummer; ein ziemlich heftiges Schmunzeln macht sich in ihm breit, zumal er sich selbst immer am englischen Humor ergötzen kann. Nach einigen Sekunden steht die Kollegin nn wieder auf den Beinen und schimpft über den Türklopfer, dem eine andere Person mittlerweile geöffnet hat. (Der hatte wohl auch nicht ewig Zeit.) Ja, ja, denkt sich der Beobachter. Immer sind die anderen Schuld, hätte der nicht geklopft, hätte sie nicht den Teppichboden ganz aus der Nähe betrachtet.
Einige Zeit später, es ist kurz nach 13 Uhr. Die Kollegin nn ist immer noch da, hat wohl Nachmittagsunterricht. Was soll ich nur machen, denkt sich der Beobachter. Er hat diesen Stunt am Morgen immer noch nicht ganz verarbeitet. Da kommt ihm eine tolle Idee. “Frau nn!” “Ja?” “Wie war das nochmal? Etwa so, oder?” Und der scharfe Beobachter wiederholt den Stunt von heute morgen an seinem eigenen Stuhl, allerdings spiegelverkehrt, also nach links, weil nur hier der Teppichboden (wie da drüben rechts) die Möglichkeit bietet, sich bei diesem Sturz elegant auf die Seite zu legen, ein paar stönende Worte zu stammeln und nicht am Nachbarstuhl hängen zu bleiben. Ein lupenreine Kopie. Kongruent könnte man sagen! Oh la la. Wer wird denn gleich an die Decke gehen? Greife lieber zu HB. Die Kollegin hat den Beobachter exakt an die HB-Männchen in der Werbung früherer Jahre erinnert. Später wurde dem Taugenichts dann doch seine Kappe entwendet, um ihn gebührend zu bestrafen. Na ja, er ist dann mit Kappe und einem breiten Grinsen nach Hause gefahren.

Ein richtig guter Lehrer!

Wie wird man eigentlich Lehrer? Ein richtig guter Lehrer! Na, das fängt ja schon in der eigenen Schulzeit an. Du bist fleißig, strebsam, stimmst den Lehrern gern ‘mal zu (man weiß ja nie), du bist pünktlich, du hast gute Noten, du besorgst dir Material für zusätzliche Referate, du schaffst das Abitur, ein richtig gutes Abitur. Natürlich mit einer Eins vor dem Komma. Und dann? Dann stehen dir alle Türen offen: Rechtsanwalt, Spitzenpolitiker, Facharzt, Psychologe, Psychater, oder aber ein richtig guter Lehrer. Jetzt wartet das Studium auf dich. Zack, zack, du studierst Geschichte (das ist nicht schwer) und Deutsch (ist schließlich deine Muttersprache). Erstes Staatsexamen! Die vielen Praktika waren ja nicht gerade schön! Ins Referendariat. Jetzt gilts: du setzt alles in Bewegung, um deine Fachleiter von deinem Können zu überzeugen. Wichtig vor jedem Stundenbesuch: nichts dem Zufall überlassen. Redundanz! Alles mehrfach vorhalten, könnte doch was kaputt gehen. Halte die Stunde schon vorher einmal ab (heimlich oder in der Parallelklasse). Jetzt gibt’s auch eine sehr gute Beurteilung. Vergiss nie: die Medien sind das A und O; auf keinen Fall ohne den PC, ohne ein Tablet starten; auch Smartphones sind sehr, sehr gut in der Vorführstunde einsetzbar. Yes, das wiederholst du bei jeder Fachleiterstunde. Zweites Staatsexamen: Note? Einskomma …, was denn sonst. Du bist schon jetzt ein guter Lehrer, fast schon richtig gut. Mit den Noten hast du gute Chancen, eine Anstellung zu bekommen. Der Lehrermangel spielt dir zusätzlich in die Karten. Klasse. In der Schule; du bist neu im Kollegium, aber nur du weißt wie gut du bist. Lass es auch ruhig ‘mal raushängen, mit welcher Note du Schule, Uni, Ref abgeschlossen hast. Tut gut.
Der Schulalltag ist nicht nur prickelnd; Konferenzen, Elternabende, Korrekturen (hast ja nur D; in Geschichte schreibst du keine Tests, basta), Stress mit schlecht erzogenen Kindern und Eltern, Klassenfahrten, Fachkonferenzen. Bleibt ja kaum noch Zeit für deine Hobbies. Also ewig solltest du dir das jetzt nicht antun. Außerdem: wolltest du nicht schon immer etwas erreichen im Leben. Na also. 2 Jahre Schuldienst mit A13 sind genug. Du bewirbst dich auf eine Konrektorstelle. Zack, mit deen Noten hat es auch schnell geklappt, da war der Bewerbungstag fast überflüssig. Dennoch: alles wie gehabt vorher trainiert, was denn sonst. 3 Jahre später, noch keine 30. Da wird eine Schulleiterstelle ausgeschrieben, und das beste: du kennst den Konrektor, ein guter erfahrener Mann. Der schmeißt den Laden notfalls alleine. Beworben, bekommen. Wollte ja auch sonst keiner machen. Oh, jetzt bist du schon 33. Was soll nur aus dir werden; Schulleiter, ständiger Ärger mit dem Kollegium, speziell mit ein paar Typen, die anders denken als du, die nicht jeden Tag das Schulprogramm ergänzen und umkrempeln wollen, Ärger mit den Schülern, die Eltern nerven dich. Deine 8 Unterrichtsstunden sind 8 zu viel. Du bist ein richtig guter Lehrer! Denke an dich, an das Land, du solltest jetzt nicht stehenbleiben. Gib all deine Erfahrung weiter, lege selbst die Vorgaben für Schule und Lehrerberuf mit fest. Gehe … Moment Mal, bei der Bezirksregierung suchen sie einen … Ach, wie war doch gleich noch dein Name: Claudius Düsseldorf! Stimmt.
Auf dich freuen sich ab jetzt alle Lehrer, die guten, die faulen, die normalen, alle.
Du sorgst dafür, dass wir in unserem Land endlich ‘mal guten Unterricht mit guten Lehrern in guten Schulbüchern erhalten. Danke, Claudius Düsseldorf!

Aus dem Leben eines Taugenichts No. 2

Es ist nun wirklich schon eine Weile her. Aber irgendwann im Unterricht – es war wohl in Physik – kamen wir auf das Thema “Jemanden reinlegen” glaube ich. Und ich sagte, so etwas kann jedem von euch jederzeit passieren. “Nee, nee, mir nicht”, antworteten viele mit voller Überzeugung. “Doch, jeden von euch kann man locker reinlegen. Da würde ich eine Wette eingehen. Ich selbst kann euch immer reinlegen!”, meinte ich etwa sinngemäß. Alexandra und einige andere gaben nicht nach und waren fest davon überzeugt, dass man sie nicht hinters Licht führen kann, durch mich schon überhaupt gar nicht. Ein paar Wochen später habe ich dann an insgesamt fünf ausgewählte Schülerinnen (es waren auch Altschülerinnen darunter!) eine fingierte Rechnung gesendet, die auch in Brilon aufgegeben wurde. Ich habe diese Rechnung (siehe rechts) versendet und war mir sicher, dass es funktioniert. Zwei Wochen danach erzählte ich ganz unschuldig die Geschichte, dass ich eine Couch bekommen habe, die ich nicht bestellt hätte. Und jetzt will die Firma fast 700 DM von mir haben und droht mit dem Anwalt. “Was, Herr Weber, ich habe auch eine solche Rechnung bekommen!”, meinte Alexandra sofort. Sie hat sich ziemlich aufgeregt und ich weiß nicht was gesagt von sich und ihrer Mutter und Angst, dass die Couch jetzt kommt usw. Ich muss wohl sowas von gegrinst haben, dass bei Alexandra die Alarmglocken geklingelt haben. Ich könnte heute noch fast schreien vor Lachen über diesen gelungenen Streich. Wow! Sorry, Alexandra, dass es so gut funktioniert hat mit dem Reinlegen tut mir heute noch nicht leid!

1996 Namo Couch Alexandra

Abwechslungsreich, spannend, schön, kreativ, lang - meine Zeit an St. Michael

Damit aus meinen Erinnerungen nicht ein ganzes Buch wird, habe ich die Zeit in Aufzählungspunkten zusammengefasst. Zusätzlich habe ich einige Fotografien herausgesucht, die so ein wenig die Michaels-Zeit mit vielen unterschiedlichen Facetten aufzeigen. Vielleicht erkennt sich ja jemand wieder. Ich bin bei den Abbildungen nicht chronologisch vorgegangen.

  • 1984 startete ich als Junglehrer an der Realschule St. Michael mit 3 Mathematik-Klassen (5, 7, 8)
  • 1985 – volle Stundenzahl (alle 12 Klassen in Physik; dazu Mathematik, Erdkunde und die Informatik-AG)
  • ab 1985 – Erstellung eines Konzeptes für die Informatik-AG mit Commodore C64 Rechnern
  • Anschaffung weiterer C64-Rechner inkl. Diskettenlaufwerk und Drucker
  • 1986 – erstmals Klassenlehrer Klasse 7
  • 1987 – Anschaffung von 11 Commodore PC128D Rechnern; jetzt wird in den Informatik-AGs u. a. in Turbo-Pascal programmiert und Datenbanken werden mit Superbase erstellt.
  • seit 1987 einer der starken Befürworter einer Projektwoche Prowo; die erste wurde dann 1991 wahr; einige schöne Prowos folgten
  • mit Rolf und Bruno i. d. R. im Prowo-Leitungsteam
  • in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren Leiter der Fußball-AG
  • 1991 – erste Abschlussklasse als Klassenlehrer (Berlin-Fahrt)
  • 1992 – Anschaffung von PCs im AT-Format inkl. Installation mit Druckern und Software zusammen mit Bruno und Stefan
    jeder PC bekommt einen alten deutschen Namen => Fehlersuche einfacher, wenn „Karl bootet nicht!“ gesagt wird.
  • ab 1992 – Wartung und Pflege des gesamten Informatik-Raumes im Altbau-Trakt in Eigenregie; BS seinerzeit: Windows 3.1
  • 1993 – zweite Abschlussklasse als Klassenlehrer (Wien-Fahrt)
  • Besuch mehrerer Schulen mit Sr. Theresia, um geeignete Schulverwaltungssoftware im Betrieb zu sehen
  • Programmierung unserer eigenen Schulverwaltungssoftware auf Microsoft Access-Basis in Eigenregie
  • Weiterentwicklung und Aktualisierung der Schulverwaltungssoftware
  • viele Jahre den Aufgabenbereich Schulbücher Realschule mit Frau Steinborn übernommen: Programmierung der Schulbuch-Verwaltungssoftware auf Microsoft Access-Basis in Eigenregie
  • 1998 – ich nehme die Erstellung einer vollständigen Telefon, Fax und E-Mailliste für beide Kollegien in die Hand, halbjährlich aktualisiert bis 2013
  • 1998 – dritte Abschlussklasse als Klassenlehrer (München-Fahrt)
  • 1998 – Installation zweier neuer Informatik-Räume im Neubau (heute C-Gebäude) zusammen mit Ansgar, der hier der federführende Mann ist, Stefan und Bruno; 16 und 14 Arbeitsplätze); PCs erhalten von mir römische Namen! pädagogische Software: INiS
  • nach 2000 – Übernahme der Stundenplanerstellung für die Realschule St. Michael (für viele Jahre)
  • nach 2000 – Erstellung unserer Website Realschule St. Michael in Eigenregie und Pflege der Site für viele Jahre
  • nach 2000 – Schulung von Teilen des RS-Kollegiums an Samstagen im Umgang mit der Microsoft Standardsoftware Word, Excel und PowerPoint
  • 2008 bis 2009 – Entwicklung eines völlig neuen Computerraum-Konzeptes für die Realschule St. Michael: Resultat unser ZIMT-Raum mit 35 PC-Arbeitsplätzen und interaktivem Whiteboard sowie der pädagogischen Software elimu; ZIMT ist mein Baby!
  • 2008 Herausgabe unseres ersten Bildbandes mit Bruno Allroggen: “350 Jahre Kloster und Schule St. Michael”
  • speziell nach 2000 – Durchführung des Tages der offenen Tür im Fach Physik der Realschule in Eigenregie; Fachbereichleiter Physik
  • 2011 – vierte Abschlussklasse als Klassenlehrer (Tönning/Nordseeküsten-Fahrt)
  • 2012 – Herausgabe unseres zweiten Bildbandes mit Bruno Allroggen: “Schulen St. Michael. Die Entwicklungsgeschichte von 1658 bis 2012”
  • 2014 – fünfte Abschlussklasse als Klassenlehrer (Tönning/Nordseeküsten-Fahrt)
  • 2017 – sechste Abschlussklasse als Klassenlehrer (München-Fahrt)
  • und sonst:
  • mehrfache Exkursionen zu den Atomkraftwerken in Würgassen und Grohnde
  • mehrfache Exkursionen zum Kohlekraftwerk Petershagen
  • Herstellung eigener Topographie-Karten als Arbeitsblätter für den EK-Unterricht bis 2018
  • Organisation einer ganzen Reihe von Fahrten zu Starlight Express nach Bochum sowie Hamburg
  • seit 1987: viele Klassenausflüge, Zeltlager mit Nachwanderungen, meist zusammen mit Bruno
  • einige Male SV-Lehrer
  • Herstellung von mehrfach aktualisierten Bedienungsanleitungen (für den Unterrichtseinsatz) für die Software Mathematik DynaGeo, MS Word, MS Excel, MS Access, MS Powerpoint, OpenOffice Writer, OOCalc, OOImpress bis zum Jahr 2018
  • 2018 – Entlassung in den Ruhestand zum 1.8.2018

Abschließend geht mein ganz besonderer Dank an meine langjährigen Schulleiterinnen Sr. Remigia, Sr. Theresia und Frau Oppenhoff.
Gerade Sr. Theresia hatte – wie ich – schon früh die informatorische Weitsicht und hat mich 100prozentig unterstützt bei meinen Ideen und Anschaffungen für die Computerisierung, heute würde man sagen Digitalisierung, unserer Realschule. Der andere große Partner war Herr Dr. O. Allendorf. Als langjähriger Vorsitzender des Elternfördervereins sah auch er die Dringlichkeit für sehr hohe Ausgaben für die Informatik. Wir drei waren im Bereich Informatik das treibende und führende Team in den 1980er und 1990er Jahren an St. Michael und haben unsere Realschule seinerzeit zur führenden Schule in Paderborn gemacht!

Logo AltSS Michael_400px
IF1992 FW
Der Chef fühlt sich in seinem Reich wohl. Er kann jedes Problem selbst lösen und muss nicht 4 Wochen auf den Service-Partner des Erzbistums warten. Viel Arbeit, aber es funktioniert immer! Ersatz-Anschaffungen oder Reparaturen sind in 2-3 Tagen erledigt. Der Raum strahlte das Flair von früher aus, besaß jedoch die aktuelle Technik von heute. Etwas nervig: laut ratternde 24 Nadel-Drucker. gewienerter Parkettboden, alte Holzschränke, schöne, informative Abbildungen an den Wänden, Anschauungsmaterial zum Anfassen, alles da. Klasse! Schöne, alte Schulzeit...
Inforaumalt2
Der Informatik-Kurs bei der Arbeit. Noch immer sind wir in der Realschule St. Michael die Nummer 1 im IF-Bereich in Paderborn.
1998 IFRaum023
1998 - In den Ferien treffen wir uns, um die beiden neuen PC-Räume im Neubau (C-Gebäude) einzurichten. Stefan Zingler, Ansgar Loick, Bruno Allroggen und ich.
2013 ZIMT_Raum
Mein Baby! Der ZIMT-Raum von 2009 bis heute. Das ZIMT habe ich mir ausgedacht und steht für Zentrum für Informations- und Medientechnologie.
1984 C64-System_1340
Ein vollständiges Commodore C64-System. Wir begannen als erste Paderborner Schule 1983 mit 4 C64-Rechnern, die Herr Wiegard betreute. Ein paar Daten: 64 KB RAM, 20 KB ROM; 12 Zoll Monochrom-Monitor mit 25 Zeilen á 40 Zeichen
1992 B01 Auspacken
So sah es in meiner Wohnung aus. Ich habe alle PCs geliefert (verkauft an die Schule), zusammengebaut und konfiguriert mit der kompletten Software. Das ging nur einzeln für jeden PC neu. Mein Bruder Raimund und ich sind die Firmeninhaber von WAMZ.
1992 B02 Installation zu Hause
Hier wird installiert und getestet. Eigentlich korrigiere ich hier...
Inforaumalt1
Meine 1992er Kreation: Informatik-Raum der Realschule! 10 IBM-PCs mit Windows 3.1, individualisierte Namen, 80486 Prozessor mit 33MHz, 14 Zoll Monitore, 130MB Festplatten. Pro PC-Reihe ein 24-Nadeldrucker, Ein-Aus-Schaltleiste beim Lehrer.
1987 C128d_1115
Hier eine Commodre PC128D; ein großer Fortschritt. Noch ohne Maus auskommend, aber größerer s/w Bildschirm, eingebautes Diskettenlaufwerk. 80 Zeichen Monitor, 128KB RAM, 340KB Diskettenlaufwerk mit flexiblen 5 1/4 Zoll Disketten..
1992 B03 Installation Schule
Die Bodentruppe Bruno Allroggen und Stefan Zingler.
1992 B04 Aufstellen Schule
Bruno verkabelt, bald ist alles einsatzbereit.
IF1992 Hof
Ja, die Jungs haben keine Langeweile.
TdoT2016b
Tag der offenen Tür 2016
TdoT2016a
Tag der offenen Tür 2016
2010 TdoT
Tag der offenen Tür 2010
TdoT2012
Tag der offenen Tür 2012
2010 NaWiAG2
NaWi-AG: Janne und Pia bei der Roboterprogrammierung mit Lego Mindstorms.
2010 ZIMT Klasse
Meine 10b im ZIMT-Raum - Schuljahr 2010/11.
2010 ZIMT FW
Der Ghetto-Blaster auf der Fensterbank darf nicht fehlen, wenn bestimmte AGs laufen.
2011 Abschlussklasse1
10b auf der Lippe. Tagesthema: "Am Tag, als Bruno beinahe absoff!"
2010 NaWiAG
Jamila, Madita und Sarah erstellen ein Holzmodell des Michaelsgeländes.
2010 ZIMT IAWB
Physik-Unterricht im ZIMT-Raum: Pia und Laura aus meiner Klasse posieren vor dem interaktiven Whiteboard.
2011 Abschlussklasse3
Erstmalig und einmalig: zwei Männer führen die Mädchen von der 8 bis zum Abschluss. Hier sitzen wir am Strand von Sylt. Wenn Männer Klasse führen!
2011 Abschlussklasse2
So kann man auch ins Bett gehen - Tönning 2010.
1987 R07a
Meine erste Klasse an St. Michael: 7a - 1986/87.
1988 Jg08002
Letzte Stunde vor Weihnachten: meine 8ter imitieren uns Lehrer. Mathestunde bei mir, Frau Karner kommt zu mir. Originell und alle Lehrer gut getroffen, auch kleidungsmäßig.
1990 EKT009
Heidenoldendorf: Teezeit um 5 Uhr morgens. Wir sind noch auf, nicht schon ...
1992 10b011
Henrike gegen Friedel - Patt im Schulzug nach Bremen. 1.500 Schülerinnen und Lehrer verteilt auf 15 Waggons, dazu 2 Disco-Wagen. Herrliche alte Zeiten! ... Nur für Insider: "Schlückchen Sekt gefällig?"
2000 Expo1
Unsere komplette Schule - RS und Gym - bei der Expo 2000 in Hannover.
2011 BrunoFriedel
Das coolste an allem: wir beide konnten 3m vor den Kolleginnen und Schülerinnen am Strand stolzieren und wurden nicht erkannt. Am Ende wurden wir wie Pop-Stars mit Kreischen und Jubelarien zum Bahnhof Westerland begleitet. Sowas hat nicht einmal Sylt vorher gesehen.
2011 Ab Lippe2
2011. Unsere Kanutour mit der R10b auf der Lippe beginnt ganz harmlos.
2011 Ab Bruno über Bord
Es war wohl eine Riesenwelle und ... er hat doch tatsächlich noch ein Lächeln auf den Lippen. Das Festhalten an Ruderblatt und Kamera hat nicht geholfen. Nach etlichen Sekunden taucht Bruno Gott sei Dank wieder auf. ...
1988 10erAbschluss003
Spiele am Abschlusstag (Chaostag) der 10er in 1987.
1990 Sportfest2
Bundesjugendspiele: noch machen wir sie mit dem Gymnasium zusammen - schön.
1988 BJS005
Lehrer gegen Schülerinnen im Staffellauf. "Alix gibt alles."
1993 Wien017
Wien 1993. Wir haben sehr viel Spaß. Allerdings: die Wienfahrt der 10a und 10b mit Bruno Allroggen, Gertrud Oppenhoff, Ulrike Rohe und Friedel Weber bleibt im Gedächtnis hängen. 6 Schülerinnen wurden richtig krank, eine musste abgeholt werden.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
2004 auf dem Schulhof: die Sonne verfinstert sich.
2011 Bruno
2010 am Strand von Sylt: Bruno außer Rand und Band.
2008 10Jahre danach
2008: unsere große 350 Jahre-Feier nimmt meine R10c zum Anlass für ein Treffen. Motto: "10 Jahre danach." Sehr gute Idee. 2018 habe ich die jungen Damen wieder getroffen. "20 Jahre danach." Jetzt sind fast alle schon Mamas.
2011 Ab Lippe1
Auch Brunos Boot liegt noch satt im Wasser, sollte man meinen. Aber die Tour endet im Drama!
2011 Abschluss Aula_BuF
Zwei Tage später in der Aula: man sieht ihm das schwere Schicksal kaum an. Halleluja! Das Bruno in dem Zustand in zwei Bands spielen konnte (Chris Roberts und Rolling Stones) und danach die Zeugnisse verteilte. Alle Achtung! Diese Härte kenne ich von den weichgespülten jungen Kollegen nicht mehr. "Die Harten kommen in den Garten!" Stimmt einfach nicht.
1990 Radwechsel
Physikunterricht, Thema Hebel. Radwechsel an meinem alten Ascona B.
2000er Klassenfahrt
Gutgelaunt auf Klassenausflug.
1996 im LZ
Lehrerzimmer in den 1990er Jahren. Bruno und ich sitzen auf unseren Stammplätzen. Hinter uns alle wichtigen Infos - angenehm. Neben uns eine der drei Lehrerzimmertüren - unangenehm.
Abschlussfeier der 10a in 1990 in einer Kneipe. Ich erhielt abends zwei Geschenke: einen BVB-Schal und eine Mütze. Beides selbstgestrickt. Danke nochmals. Diese 10 war meine erste Klasse als Klassenlehrer überhaupt, nämlich in 7 und 8. Legendär: u. a. die Fahrt zum Bundesligaspiel nach Dortmund mit 4 Schülerinnen in meiem Alfa 75. Bei 180 schlug der tiefer gelegte Wagen mit dem Auspuff bei Bodenwellen auf. Brigitte: "Kann der nicht schneller fahren?" Ich: Sprachlos. Oder etwa die Nachtwanderung in Driburg bei sclimmsten Wetterbedingungen... Diese Feier hier war in meiner Erinnerung vielleicht die schönste wegen der Atmosphäre und des tollen Theaterstücks, welches die Eltern mit Frau Remm einstudiert und aufgeführt haben. Und eine Kneipenatmosphäre ist mir allemal lieber als die Veranstaltungen in großen Hallen.
2013 Tönning 10er
Am Nordseestrand 2013: meine nächste Abschlussklasse (mit Frau Berger).
2015 Essen 10er
Schon wieder meine 10. Dieses Mal meine 2016/17, die ich mit Sr. Ancilla drei Jahre geführt habe. Wir sind mit beiden Michaelsschulen im Ruhrgebiet, in Essen...
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Burg Waldeck am Edersee. Ich bin Klassenlehrer meiner 5/6.
1996 9c001
1996. Ich bin mit meiner 9c in Korbach in der Jugendherberge. Nachts wurden sie so richtig munter und schmetterten Hit auf Hit in die Mikrofone.
2013 Kölnfahrt
Die Realschule St. Michael in Köln. Im Schiffsrumpf sind alle versammelt.
2015 Essen 10er2
... und warten auf den Bus. Statt Zug fährt die Schule mit 30 bis 40 Bussen. Immerhin zusammen mit dem Gymnasium.
1991 ProWo018
Juni 1991: die erste Prowo geht an den Start. Rolf Henn und ich haben in wochenlanger Arbeit mit der Datenbank PC-File alle Daten eingegeben; 1400 Schülerinnen, 100 LehrerInnen, viele Altschülerinnen und Eltern. Namen, Klasse/Kurs, Raumwünsche, Themenwünsche. Dann die Auswertung vorgenommen, geändert, getüftelt, Projektteilnehmer vertauscht, die ganze Palette. Trotzdem hat es uns Spaß gemacht, weil wir die Datenbank nun viel besser verstehen und programmieren lernten, aber hauptsächlich weil wir das Gros der Erstwünsche befriedigen konnten. Der Prowo-Film machte schließlich deutlich: bei fast allen Teilnehmern war ein große Zufriedenheit spürbar. 5 Tage bei schönem Wetter und rund 100 Projekten, die noch lange Jahre nachwirkten. Das war allemal besser als Unterricht ohne Bücher vor dem Ferienanfang. Die Resonanz bei der Suche nach Leitern/Anbietern von Projekten aller Art war nie wieder so riesig. Die erste war für mich auch die schönste Prowo an St. Michael.
AnfgSTM007
Das war 1992 am Waldsee: Zelten, Blödsinn machen und den Coca-Cola-Film drehen.
AnfgSTM001
Abschlussklasse 10 aus den 1980ern. Nicht meine, aber auch eine sehr nette, in der ich unterrichten durfte.
AnfgSTM008
Lehrerspiele am Chaostag der 10er.
AnfgSTM011
Meine Klasse 9 bis 10 aus den Jahren 1996 bis 1998.
1988 Driburg
Meine erste Klasse, eine 7/8, war hart im Nehmen. Kälte, Dauerregen, dennoch Nachtwanderung in der Egge bei Bad Driburg. Nicht alle sehen noch fit aus.
1999 Wewelsburg R07a
An der Wewelsburg. Nach der Wanderung von Paderborn aus wird gegrillt. Sollte in 1998 oder 1999 sein.
1991 Abschluss 10erTrabi
Chaostag der 10er 1991. Den Trabi setzt eine Kollegin am Steuer später gegen einen Metallpfosten. Der Kleine wurde dabei ganz schön verbeult. Frau ... am Steuer!
1991 Abschluss 10erTrabi2
Hier sitze ich selbst am Steuer. Da ging noch alles gut.
AnfgSTM006
Rudern auf dem See. Könnt ihr überhaupt schwimmen???
AnfgSTM002
Schon wieder eine 1980er 10er, in der ich unterrichtet habe. Nette Mädchen, nur fallen mir heute leider eure Namen kaum noch ein.
AnfgSTM004
Mädchen aus meiner 10 in Berlin 1991.
1997 400J 2
1997: Die 400 Jahre wurden ausgiebig gefeiert. Bruno, Rolf und ich aus dem Organisationsteam.
AnfgSTM010
Wien 1993. Eine Woche Bombenwetter: heiß, trocken, super.
AnfgSTM005
Eislaufen mit Frau Kaesbergs Klasse in Willingen.
2008 AltSs
Bruno, ich und einige Altschülerinnen. Die an meiner rechten Seite wollte mir ihren Namen nicht verraten. Hmm, ich komme auch nicht drauf. Wer kennt ihn?
2018_Verabschdg
Juni 2018 - Verabschiedung ein paar Tage vor dem Ende des Schuljahres 2017/18 im kleinen Rahmen: Josef und Jörg sind unsere Hausmeister.
1996 9c002
Nachts in Korbach. 9c, 1996. Begeisterung sieht anders aus. Wahrscheinlich ist jede sehr nervös vor ihrem persönlichen Auftritt. Und die (freiwillige) Nachtwanderung um 1 Uhr wartet ja auch noch auf uns. Die haben wir in der zweiten Nacht noch einmal gemacht. Nochmals vielen Dank an die beiden Mütter, die das alles mit möglich gemacht haben.
1994 07001
Meine 7er und 8er Klasse aus den Jahren 1993 bis 1995.
2000 08001
Meine 7er und 8er Klasse aus den Jahren 2000 bis 2002.
1998 07002
Meine 7er und 8er Klasse aus den Jahren 1998 bis 2000.
2004 8er Klasse
Meine 7er und 8er Klasse aus den Jahren 2002 bis 2004.
1991 10a
Meine Klasse 8-10: hier kurz vor dem Abschluss als 10er im Sommer 1991.
1992 10b2
Meine Klasse 9-10: hier im Abschlussjahr als 10er im Herbst 1992.
1996 R9c
Meine Klasse 9-10: hier als 9c im Herbst 1996.
Meine Klasse 5-6: hier als 5c im Herbst 2004.
2007 8a001
Meine Klasse 7 und 8; hier als R8a aus 2007/2008. Das Foto wurde im Herbst 2007 aufgenommen.
2011 10001
Bruno Allroggen/Friedel H. Weber: Klasse 8 bis 10. Hier meine 2011er Abschlussklasse 10, im Herbst 2010 aufgenommen.
2014er 10
Frau Berger/Friedel H. Weber: Klasse 8 bis 10. Hier meine 2014er Abschlussklasse 10, im Herbst 2013 aufgenommen.
2017er 10
Friedel H. Weber/Sr. Ancilla: Klasse 8 bis 10. Hier meine 2017er Abschlussklasse 10, im Herbst 2016 aufgenommen.
2018_R09b
Gudrun Nübel/Friedel H. Weber: Klasse 9b, meine letzte Klasse an St. Michael. Schuljahresende 2018.

Geschichten aus dem Schulleben

Es spukt im Wald

Es mag wohl im Frühsommer 1991 gewesen sein. Bruno und ich hatten ‘mal wieder eine gute Idee und die habe ich meiner Klasse 10 vorgestellt. Schließlich habe ich die halbe Klasse für diese Idee gewonnen. Es waren nur die harten! Also, worum ging es: Freiwilliges Zelten im Almetal, am Multhäupter Hammer zwischen Ringelstein und Alme. Am späten Freitagnachmittag trudelten wir ein und begannen die Zelte aufzubauen, nachdem wir uns eine brauchbare Stelle auf einer Wiese am Waldrand ausgesucht hatten. Mit gegenseitiger Hilfe standen bald alle Zelte recht ordentlich da. Bei der Gelegenheit gaben noch zwei Schülerinnen ihr fahrerischen Können zum Besten. Ich hatte meinen alten Opel Ascona II dabei, und der Wagen hat gelitten. Das Anfahren mit Gefühl in der Kupplung war dann doch nicht die Sache der Mädchen, die vorgaben, schon gefahren zu sein. Am Ende war es für alle spaßig, nur nicht für den Ascona auf der hoppeligen Wiese. Später wurde ein Lagerfeuer gemacht und irgendetwas gegessen. Die Dämmerung trat ein und so ab 23 Uhr war es auch schon recht dunkel. Plötzlich eine große Aufregung im Zeltlager. Ein, zwei Mädchen wollten die Waldtoilette benutzen, kamen aber unverrichteter Dinge zurück. “Da ist jemand im Wald, da stimmt was nicht. Wir haben Geräusche gehört.” Bruno und ich versuchten die Mädchen zu beruhigen, im Wald knackt und knarrt schließlich immer ‘mal was, da leben ja auch Tiere, zum Beispiel Wildschweine. Mit viel Mühe konnten wir die Gemüter wieder beruhigen. Zirka eine Stunde später, die Mädchen trauten sich jetzt nicht mehr allein vom Zeltplatz wegzugehen, hörten wir zwei ungewöhnliche, beunruhigende Stimmen. Es war schon mehr ein Rufen, ein Wimmern, ein Schreien. Simone sehe ich noch wie heute vor mir: sie hatte jede Farbe im Gesicht verloren. Im Schein meiner Taschenlampe erschien sie weiß wie ein Bettlaken. Oh, Herr jeh. Was war denn jetzt so Schlimmes passiert. Es sprudelte aus ihnen heraus, dass sie noch ‘mal zur Toilette gehen wollten und da sahen sie es: mitten im Wald stand ein Auto, mit einem Tarnnetz bedeckt. Dann bewegte sich ein menschlicher Schatten schnell vor ihren Augen und plötzlich hing ein lebloser Körper, in eine weiße Bettdecke gehüllt, an einem dicken Ast herunter, dann wurde es laut. Bum, bum, bum. Ja, das hörten wir jetzt auch. Pistolen- oder Gewehrschüsse! … Es hat Bruno und mich fast die ganze Nacht gekostet, die Nerven der Mädchen wieder in den Griff zu kriegen. Keiner sollte das Lager mehr Richtung Wald verlassen. Einer von uns – Bruno oder ich – würde die ganze Nacht wachen. Es ist dann auch nichts mehr vorgefallen. Ich denke, niemand wird mehr mit uns beiden in ein Zeltlager fahren wollen. Wer kann sich denn so einen derben Streich ausdenken?

Reg’ dich doch nicht darüber auf!

Als Sohn einer Arbeiterfamilie bin ich heute in meinem Umfeld von vielen Menschen umgeben, die im Schulleben stehen oder standen. Da kann man sich vorstellen, dass so einige Geschichten aus dem Leben in der Schule zusammenkommen. Um niemanden persönlich auf den „Schlips“ zu treten, habe ich alle Namen und Geschlechter frei erdacht. Das Geschehen ist jedoch authentisch. Selbstverständlich ist das Geschehen nicht auf St. Michael begrenzt, sondern kann in Paderborn, Büren, Furth oder Dortmund geschehen sein.

Gerade eben erledigt meine Tochter ihre Mathematik-Übungsaufgaben am PC auf der Bettermarks-Site. Sie sagt, dass sie es heute „abgeben“ muss, also elektronisch ins Netz speichert und ihr Mathe-Lehrer es benotet. Bei der einen oder anderen Aufgabe helfe ich ihr. „Und diesen Test von Bettermarks wird Herr nn wirklich bewerten?“ „Ja klar.“ Was bekommt ein Schüler, der keine Hilfestellung erhält, was einer, der die Arbeit nicht einmal selbst macht? Das sind die gleichen Experten, bei denen du eine schriftliche Arbeit, ein Referat oder eine Hausaufgabe abgeben kannst, ohne selbst in der Schule einen Beitrag beizusteuern, um das Geschriebene auch zu erläutern und zu belegen, dass man selbst Autor ist. Reg‘ dich doch nicht darüber auf, denke ich.

Elternsprechtag. Kollegin Maria Magdalena ist Grundschullehrerin, bereitet die 15 Minuten-Gespräche akribisch in den Bereichen Arbeits- und Sozialverhalten, Übernahme und Durchführung von Diensten, Hausaufgabenerledigung, Leistungsstand in den Fächern, Förder- und Forderpläne, allgemeiner Entwicklungsstand und AOSF-Berichte vor. So kommen gut und gerne zwei, drei Arbeitsnachmittage zusammen. Kollege Martin Heinrich ist Gymnasiallehrer. Er wendet null Stunden für die Vorbereitung des Sprechtages auf. Er hat ja 2 mündliche Noten von jedem Schüler notiert Maria Magdalena unterrichtet 26 Kleinkinder. Hier ist alles vertreten, was man sich vorstellen kann: nett, höflich, intelligent, faul, dumm, dreist, extrem lernschwach, behindert, funktionierendes Elternhaus, kaputte Familienverhältnisse. Ständige Gespräche mit Eltern, Schulsozialarbeitern, Sozialpädagogen. Berichte, Begründungen, Empfehlungen. Maria ist verbeamtet und erhält A12, Martin A14. Ist das gerecht, denkt sich einer.

In der Küche des Lehrerzimmers türmen sich die Tassen und Teller. Alles dreckig, alles steht auf der Spüle. Manche stehen hier schon „etwas länger“. Brauche ich eine Tasse, nehme ich mir ne neue, auch gern die eines anderen Kollegen. Und lasse sie dreckig auf der Spüle zurück.
Manche netten Kollegen räumen ihr Geschirr oder Besteck in die Spülmaschine ein. Gute Idee! Aber sollte das Geschirr nicht besser so eingestellt werden, dass es sauber werden kann. Also die „Essseite“ nach oben. Und die Tassenöffnung nach unten? Sollten Lehrer nicht ordentliche Menschen mit Vorbildfunktion sein, denkt sich Einer.

In manchen Fächern schreiben meine Kinder keine Tests, keine schriftlichen Lernkontrollen. Die Leistungsnote besteht ausschließlich aus der mündlichen Mitarbeit. Das kenne ich auch vereinzelt von meinen Kollegen/innen. Ja, da muss man auch nicht korrigieren und hat viel Spielraum beim Setzen der Zeugnisnote. Werde ich stillen, schüchternen Kindern gerecht? Entspricht das den Vorgaben der Leistungsbewertung? Funktioniert in der Schule überhaupt irgendein Kontrollmechanismus zur vernünftigen Leistungsbewertung, denke ich.

„Erwin, das ist eine gute Frage! Schau doch bitte zu Hause nach und berichte uns über deine Ergebnisse in der nächsten Stunde! Wir machen jetzt erst mal weiter“. So kann Kollegin Angela Hildegard regelmäßig ihr Nichtwissen überspielen. Na ja, die Schüler haben den Dreh sehr schnell raus und nutzen das Nichtwissen der Kollegin auch gerne einmal aus. Peinlich, peinlich, für eine Lehrerin, denkt man. Denkt man!
Mathematik-Unterricht: „Hilla, 13 mal 5?“ „Justus, 17 mal 17?“ „Was kommt denn raus, Herr Ahnung?“ „Weiß ich doch nicht! Ich tippe es schnell ein.“
„Frau Dingsbums, was ist noch mal 485 geteilt durch 5?“ „Da muss ich meinen Taschenrechner erst holen!“ Sollten Lehrer nicht wenigstens in ihrem Fach, das sie unterrichten, Fachleute sein, denkt sich Einer.

Mann, die neue Schulleitung haut ja ganz schön auf die Sahne bei der Einführungskonferenz. Da kann man ja gespannt sein. Schließlich muss sie in sehr große Fußstapfen treten. Die vorherige Leitung war nämlich jederzeit Herr der Lage, ganz gleich in welcher Beziehung. Oh nein, die stellvertretende Schulleitung ist ausgefallen. Nun kommt alle Arbeit auf die Schulleitung zu. Hmmm, zuerst werden ‚mal (fast) alle Aufgaben auf das Kollegium delegiert einschließlich Erstellung des Stundenplans. Die Ermäßigungsstunden für Schulleiter und Stellvertreter behalte ich, und zwar eine ganze Menge, nämlich etwa 80 Prozent. Unterrichten kann das Kollegium. Ich bin schließlich Chef. „Chef, du hast kaum eine Unterrichtsstunde, aber so gut wie alle Ermäßigungsstunden!“ „Ääähhh?“ Da muss aber jetzt einmal etwas durch den Lehrerrat und das gesamte Kollegium geschehen, um diesen Zustand in ein erträgliches Maß zu verändern, denkt sich Einer.

„In Geschichte und Erdkunde müssen meine Kinder ständig die Schulbuchtexte wortwörtlich wiedergeben. Als Hausaufgabe. Das musste ich schon, als ich bei Frau Tunichtgut und Frau Komisch vor 25 Jahren Unterricht hatte! Und die Lehrerinnen standen mit dem Buch in der Hand hinter dir und kontrollierten die Texte. Und wehe, es passte nicht!“ Was für ein Selbstverständnis vom Lehrerberuf, denkt sich Einer. Und wie verheerend sind solche Methoden für das Image des Lehrers allgemein. Wie kann so etwas jahrzehntelang in einer Schule durchgehen, fragt sich Einer.

Mein Sohn kommt nach Hause und erzählt mir folgende Geschichte. Ich habe heute meine Englisch-Klausur zurückbekommen. Dort sind Fehler angestrichen, die ich nicht als solche erkenne. Ich habe nachgeschlagen und bleibe bei meiner Meinung. Ich empfehle ihm ein Gespräch mit der Englisch-Kollegin. Macht er und behält seine „ungerechte“ Note 2. Begründung: Deine Interpretation steht so nicht im Lösungsbuch. Und die beiden Vokabeln kenne ich nicht. Ich kann doch nicht jede mir unbekannte Vokabel nachsehen, die du verwendest! Er hat dann später bei anderen Englischkollegen die 100%ige Richtigkeit seiner Ausführungen bestätigen lassen. Um die Abiturnote nicht zu gefährden, lassen wir die Sache auf sich beruhen. Leider sind solche inkompetenten Äußerungen bei einigen Lehrkräften immer wieder zu finden; ihre chronische Faulheit behalten sie bis zur Pensionierung bei und kommen damit durch. Nebenbei unterhält sich die Person im Sportunterricht auch sehr gern mit Kolleginnen, anstatt den Unterricht zu organisieren und die Aufsicht zu führen. Unglaublich, aber wahr!

Im Unterricht ging es mal wieder hoch her. Frau Hartherz hat Lieblinge und Kinder, die sie absolut nicht mag. Und Inge hat sie sowieso auf dem Kicker. Inge ist ruhig und still, eine eher durchschnittliche Schülerin. Sie stört nicht und traut sich auch selten, sich zu melden. Peng. Mündlich 6. Nach Gesprächen am Elternsprechtag – die Eltern und Inge sind mit dem Lehrerverhalten nicht einverstanden – soll alles besser und gerechter werden. Inge wird plötzlich drangenommen und ist verdutzt. Sie bringt nicht viel Sinnvolles hervor. Frau Hartherz nutzt diese Situation, um vor der Klasse noch einmal deutlich zu machen, dass Inge absolut ein Sechserkandidat ist, eine Null. Nach dem Vorfall wird Inge von den Eltern und ihrem Klassenlehrer ermuntert, sich zu melden und der Lehrerin etwas mehr Paroli zu bieten. Inge zeigt zumindest immer mal wieder, jetzt sogar regelmäßig, im Unterricht auf. Frau Hartherz ignoriert das geflissentlich. Dann plötzlich nimmt sie Inge dran: „Inge, was sagst du denn dazu?“ Das schüchterne Mädchen versucht eine Antwort und schon fährt ihr Frau Hartherz ins Wort und meint: „Na ja, bei dir kann ja auch nur so ein Blödsinn herauskommen. Das ist 6.“ Idiot, Dummkopf, Blödsinn, Mist, …, Schubladendenken, Ungerechtigkeit, über den Mund fahren, Beschimpfungen! Da kann sich ein Mädchen wohl kaum gut entwickeln. Und keiner setzt dem munteren Treiben endgültig ein Ende! Regt euch doch ‘mal richtig darüber auf und setzt Himmel und Hölle in Bewegung, dass diesen Typen das Handwerk gelegt wird!!!

Rund um den Kölner Dom

Es ist warm, es ist trocken, ein schöner Spätsommer 1997 steht an. Wir beschließen, einen Klassenausflug zu machen. Schnell ist Köln als attraktives Ziel ausgemacht. Meine Klasse 9 und ich fahren mit der Bahn gegen 8 Uhr in Paderborn los, steigen in Hamm um und erreichen am Vormittag die Domstadt. Die Mädchen sind froh, dass das offizielle Programm nicht zu lange dauert. Schließlich ist Shoppen eine sehr wichtige Sache. Derweil schlendere ich mit meiner Referendarin durch die Kölner Altstadt und beobachte das bunte Treiben am Dom, am Hauptbahnhof und am Rhein. Gegen Abend wollen wir uns rechtzeitig am Bahnhof treffen. Die Rückfahrt steht gegen 18 Uhr an. Hmm, noch 15 Minuten, kaum eine Schülerin zu sehen. 10 Minuten, jetzt treffen schon mehr ein. 5 Minuten. Hey, gut 10 fehlen noch. Jetzt könnte es eng werden. Hoffentlich sind die extrem Späten fit genug, zu erkennen, dass zwei Züge an unserem Bahnsteig stehen. 1 Minute. Wir müssen einsteigen, das Durchzählen lasse ich entfallen. Bei dem Gedränge auf dem Bahnhof unmöglich. Es fehlen auf jeden Fall noch Schülerinnen, soweit ich das überblicken kann. Ich steige noch ‘mal schnell aus und werfe einen Blick in alle Richtungen. Niemand zu sehen, der Zug rollt an. Schnell rein und hoffen, dass alle Mädchen es geschafft haben. Im vollen Zug herrscht schon etwas Panik. Herr Weber, Herr Weber, die xyz, die xzy, die zxy fehlt noch. Ok. Schlechte Nachrichten. Nur nicht hektisch werden. Wären wir nicht eingestiegen, würden einige im Zug fahren, und wir ständen noch hier. Also besser alle einsteigen und hoffen, dass niemand fehlt. War auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Ja, ich gehe jetzt mal durch den ganzen Zug und zähle. Niemand verlässt seinen momentanen Platz. Na, es werden immer mehr. Nur, bei 26 ist Feierabend. Aber wir waren doch 32! Sechs Mädchen fehlen. Was tun? Die sind bestimmt in den falschen Zug gestiegen oder waren einfach zu spät! Dazu der übervolle Bahnhof. Handys gab es noch nicht, also die besorgten Mädchen beruhigen. Wer zu lange shoppt, ist irgendwie auch selber Schuld. Müssen eben den nächsten Zug nach Paderborn nehmen. Aber die haben doch keine Fahrkarte, wirft jemand ein. Wir haben alle 5er Karten hier. Tja, das ist Pech. … Na ja, innerlich war ich schon etwas unruhig, aber was sollen wir machen. Nichts. In Paderborn kommen 26 Schülerinnen, meine Referendarin und ich schließlich immer noch besorgt an. Nachdem die 26 Mädchen von ihren Eltern in Empfang genommen worden sind, bin ich mit der Referendarin allein am Bahnhof. Ich schaue, wann der nächste Zug aus Hamm kommt. Ok, den warten wir ab. Keines unserer Mädchen dabei. Den übernächsten Zug. Niemand steigt aus, den wir kennen. Mist! So wechseln meine Referendarin und ich mehrmals die Örtlichkeit. Im Kump am Westerntor trinken wir eine Kleinigkeit und gehen jeweils rechtzeitig zum Bahnhof, bevor ein Zug aus Hamm einläuft. 24 Uhr. Nichts. Mann, oh Mann. Nach Mitternacht rufe ich zwei Eltern an und will die Geschichte erzählen. Äh, die xyz liegt im Bett und schläft. Ja, ja, hat sie erzählt. Die Mädchen haben einen anderen Zug genommen, über Bielefeld sind sie nach Paderborn gefahren. Ach so, dann ist ja alles gut. Wunderbar, und gute Nacht. Ich bin schon ziemlich erleichtert. Das hätte auch etwas Ärger geben können. Ohne Fahrkarte, ohne Aufsicht. Aber 15-jährige Realschülerinnen des Michaelsklosters sind ja nicht dumm. Sie haben sich in Köln Hilfe gesucht und sind mit anderen auf deren Ticket mitgefahren. Sagten sie mir zumindest. Chapeau! Gut, dass ich mich nicht zu sehr aufgeregt habe, denke ich… Etwas Glück war aber auch dabei.

Lehrer heiratet ehemalige Schülerin von St. Michael – Wie alles begann…

Sommer 1997. Die Sonne scheint, ideales Wetter für die Abschlussfeier der beiden 10ten Klassen der Realschule St. Michael. Nach dem Gottesdienst findet in der Aula der Festakt mit der Aushändigung der Zeugnisse statt. Meine Frau sagt mir noch heute, dass ich zu spät kam. Es war wohl so: Alle saßen in der Aula, als die Schülerinnen unter Applaus hereinkamen und sich setzten. Nur ich kam zu spät. Bianca drehte sich nach mir um, und unsere Blicke trafen sich!
Kurze Zeit später in der Glashalle. Ich gratuliere einzelnen Eltern zum Erfolg ihrer Töchter. Wie es der Zufall will, ist auch mein zukünftiger Schwiegervater dabei. Und die Schwiegermutter, die mir ja schon mit ihrer Tochter auf dem Elternsprechtag aufgefallen ist. Bianca hatte mir schon damals von ihren detaillierten Lebensplanungen erzählt; sie war sich in jugendlichem Alter schon sicher über ihr späteres Familienleben inkl. der Zahl ihrer Kinder! Zurück in die Glashalle. Der übliche Small-Talk mit den Eltern folgt. Abends dann die Abschlussfeier mit Essen, Spielen und Tanz, die in diesem Jahr in Altenbeken stattfindet. Es wird später als gewöhnlich. Kurze Anekdote. Na ja, Bruno weiß es noch genau: den Vogel haben wir beide 1993 abgeschossen. Seinerzeit waren wir beide noch mit mehreren Schülerinnen der damaligen 10b nach der Abschlussfeier bis 5 Uhr morgens in Paderborner Kneipen unterwegs, letztlich im Kump hängengeblieben. Wieder ins Jahr 1997. Da ich mich auf dieser Feier ziemlich wohl fühle, will ich länger bleiben. Bianca geht es ähnlich, sie will noch nicht mit ihren Eltern nach Hause fahren und bleibt. Später stehen einige Schülerinnen mit mir am Stehtisch. U. a. werde ich gefragt, ob sie mich jetzt duzen können. Da passiert es. Eine Mitschülerin von Bianca (die M.) sagt zu mir: „Herr Weber, wollen Sie Bianca nicht später einmal zu einem Kaffee einladen?“ Ich weiß nicht mehr genau, was ich geantwortet habe. Alle waren, meine ich, kurz irritiert. Der Abend ging noch eine Weile mit vielen netten Gesprächen weiter. Als Bianca dann sehr spät zu Hause ankam (der Vater einer Mitschülerin hatte sie freundlicherweise mitgenommen), stand ihre Mutter vor der Tür und meinte, sie hätte schon die Polizei gerufen.
Wenige Tage später – wir haben Projektwoche an St. Michael – gehe ich in der Mittagspause zu einer Telefonzelle und rufe an. Oh ha, was das wohl wird? Dann erreiche ich die Mama (die informiert scheint) und bekomme Bianca ans Telefon. Schnell finden wir einen Termin und treffen uns kurze Zeit später im Dom-Café. Unser erstes Date! Bianca erscheint pünktlich; sie trinkt überhaupt keinen Kaffee, aber das ist kein Problem. Es gibt genug Alternativen. Bewaffnet mit vielen Fotos testet sie schon einmal beim ersten Treffen, welches Verhältnis ich zu Hunden habe. Ehrlich gesagt: ich muss mich etwas verstellen und über meinen Schatten springen. Außer dem Terrier meines Schwagers, der nach seiner Umsiedlung in die USA bei meinen Eltern blieb, habe ich keinerlei Beziehung zu Hunden. Nach gut einer Stunde – die Sonne scheint so schön! – konnte ich mir noch gut einen Spaziergang vorstellen. Ich muss ja eine Zeltübernachtung im Haxtergrund vorbereiten, warum nicht jetzt anfangen. Kommst du mit, Bianca? Ok, da muss sie schnell die Mama fragen. Nur wie. Mein Auto steht auf dem Maspernplatz, da gibt’s auch eine Telefonzelle. Aber uns fehlt das Kleingeld. Ein Motorradfahrer (die sind immer nett und hilfsbereit!) kann wechseln. Ja, das geht, aber nimm deinen Hund mit, rät die Mama. Ok, zur Lieth, den Hund abholen und in den Haxtergrund. (Das mit dem Zelten war tatsächlich so, keine Notlüge!)
Es folgten weitere Spaziergänge im Haxtergrund, übrigens mit Hund. Einmal kam uns eine Englisch-Kollegin der Realschule entgegen. G. erschien mir im ersten (und zweiten) Moment irritiert.

Aus dem Leben eines Taugenichts No. 3

Wenn man es ganz ehrlich meint, dann muss man sagen: fleißig war ich in der Schule nie. Weder in der Volksschule, noch später im Gymnasium. Das ist auch der Grund, warum es immer ‘mal wieder Schwierigkeiten mit den Lehrkräften gab. Mal ein Anraunzer, mal Fingerknöchelschläge an den Kopf, mal ne verbale Beleidigung, dann wieder ein Verdrehen des Ohrläppchens. Oder mal eine Nummer heftiger. Das waren eben andere Zeiten in der Volksschule als heute. Und später im Mauritius ging es ja auch recht ordentlich zur Sache, speziell die Jesuitenpater waren sehr geübte Beleidiger und Schläger.
In Musik nahm das Schicksal 1964 seinen Lauf. Es muss noch am Winterende gewesen sein, denn Ostern wurden wir als Viertklässler entlassen. Und wenn ich mal ganz ehrlich bin, ich bereue es keine Sekunde. Im Gegenteil. Es macht mich stolz. Die Musik-Hausaufgaben fehlten völlig. Gestern war es schon so schön sonnig und warm, beste Zeit, um im Wald weiter an der Baumhütte zu bauen. Am nächsten Morgen ging der Lehrer reihum und kontrollierte bei jedem Schüler die Hausaufgaben. Mist, das könnte Ärger geben, denke ich. “Na, wo hast du denn deine Hausaufgaben?” “Ich habe keine gemacht!” “Und warum nicht?” “Das Wetter war so schön, da hatte ich keine Lust und Zeit für die Hausaufgaben. Ich werde sie aber nachmachen.” “Du hast also gar keine Aufgaben für heute gemacht?” “Nein!” “Dann komm nach vorn, du weißt was das bedeutet.” Ich kleiner Kerl werde rot im Gesicht und mir schwant nichts Gutes. DIE Prozedur hat dieser Lehrer schon einmal bei mir durchgezogen. War am Ende auch nicht sooo schlimm. Zuhause gab’s ja auch schon mal was mit dem Holzlöffel durch die Finger, das härtet ab. Ich gehe schüchtern und auch ängstlich von meiner Bank zum Pult und bücke mich mit den kleinen Händen zum Pult runter. Der Lehrer holt den Zeigestock; die ganze Klasse ist mucksmäuschen still. Innerlich freuen sich die meisten auf das bevorstehende Schauspiel. Ist ja auch lustig, wenn man nicht selbst da vorn steht. Eins, zwei, drei. Die Hiebe klatschen auf den Hintern. Gottseidank musste ich heute wieder die bescheuerte grüne Lederhose anziehen, die bis über die Knie reicht. Es schmerzt ordentlich. Vier. Hmm, noch einer, dann ist es ja schon vorbei. Fünf. Wummm, der krachte nochmal so richtig auf das Leder des Allerwertesten. Ich atme tief durch. “War das schon alles Herr …” Oh, die Birne des Lehrers schwillt an. Mit allem hatte dieser Pädagoge der 1960er Jahre gerechnet, aber nicht damit, nicht bei einem 10jährigen Rotzlöffel. “Wie bitte?” dröhnt die Stimme durch den Raum. Ich nehme allen Mut zusammen: “War das schon alles?” Herr … schäumt vor Wut, die Adern an seinen Schläfen schwellen an. “Bück dich runter”, brüllt er durch den Klassenraum. Und dann donnert er so feste er kann auf den kleinen Knirps ein. Sechs, sieben, a… Da passiert es. Der Stock splittert und zerbricht in zwei Teile. Plötzlich wird ihm klar, dass er sich total vergessen hat. “Setz dich sofort auf deinen Platz.”, schreit er mich an. Die Prügelei hat ein Ende. Mir laufen Tränen die Backen herunter. Heute weiß ich nicht mehr, ob ich diesen Hur…s… damals innerlich verflucht habe. Eher wohl nicht. Vor lauter Angst ist sogar die Hose nass geworden. Leder, Gott sei dank Leder. Zu Hause konnte man solche Vorkommnisse nicht erzählen. Damals nicht. Die nächsten paar Tage war der schüchterne Junge krank zu Hause, irgendetwas habe ich mir bei den Eltern ausgedacht. Im Nachhinein kann ich diesem Vorfall nur Gutes abgewinnen. Diese Sache hat geholfen, etwas stärker und mutiger zu werden, gerade auch gegenüber der sogennanten Obrigkeit. Ob der Volksschullehrer sein Tun wohl bereut hat?

Menü schließen