Schlüter-Schlepper

Firmeninfo Schlüter

Die Firma Anton Schlüter wurde 1899 zum Bau von Benzin- und Vielstoffmotoren in München gegründet. Übrigens: Anton Schlüter (1867 – 1947) stammt hier aus der Nähe, aus Brilon im Sauerland. Im Jahre 1911 wurde eine eigene Gießerei in Freising erworben. Bereits ein Jahr später wurde das landtechnische Versuchszentrum, der sogenannte Schlüterhof, erbaut. 1937 wurde bei Schlüter nach einiger Expansion mit dem Bau von Schleppern (Traktoren) begonnen. 1939 wurden gemeinsam mit Fritzmeier die ersten Schlepperverdecke entwickelt. Aufgrund des kriegsbedingten Benzinmangels wurden ab 1942 auch Holzgasschlepper und Holzgas-Elektro-Aggregate mit 25 und 50 PS produziert. Durch die Bombenangriffe auf München und auf Freising wurden sowohl das Münchener Werk als auch die Gießerei in Freising weitgehend zerstört. Auf Basis der Holzvergaserschlepper wurde 1947/48 der Schlüter DSU mit Dieselmotor angeboten. Als Anton Schlüter junior 1949 nach dem Tod seines Vaters die Führung der Schlüterwerke übernahm, entschied er sich, das Werk in München und die Gießerei nicht wieder aufzubauen, sondern die Herstellung auf ein Werk zu konzentrieren. Ab 1962 kamen die Schlüter-Traktoren mit einer von Louis Lucien Lepoix entworfenen Karosserie. Schlüter spezialisierte sich seit 1964 auf den Bau von Großschleppern. Dazu zählten die Baureihen Super (bis 280 PS), Super Trac mit vier gleich großen Rädern (bis 300 PS) und Profi Trac mit vier gleich großen Rädern (serienmäßig bis 320 PS). Die Baureihe kleinerer Modelle trug den Namen „Compact“.
Im Jahre 1978 wurde als Unikat der stärkste Schlepper Europas, der Profi Trac 5000 TVL mit 368 kW (500 PS), gebaut. Der Bauauftrag kam vom jugoslawischen Staatschef Josip Broz Tito. Pläne zur Serienfertigung des 5000 TVL wurden mit den politischen Veränderungen in Jugoslawien nach 1990 hinfällig. 1989 wurde als neue Baureihe der Euro Trac mit bis zu 200 PS und verschiebbarem Ballastgewicht vorgestellt. Die Konkurrenz hatte Schlüter jedoch längst technisch überholt, und nach der Wende 1989 waren leistungsstärkere Standardtraktoren eher gefragt als Systemschlepper. So wurden vom Euro Trac insgesamt nur 184 Exemplare gebaut, bevor Schlüter Konkurs anmelden musste. Zudem musste das Werk in Freising aus baurechtlichen Gründen geschlossen werden und es war geplant, in unmittelbarer Nachbarschaft ein neues Werk zu errichten. Anton Schlüter sah zudem die Chance die Produkte der Landtechnik Schönebeck nach Freising zu holen, um mit deren Systra-Systemschleppern das eigene Programm in der unteren Leistungsklasse zu vervollständigen. Dies kam einerseits aufgrund des Vetos der Treuhandgesellschaft, die Unternehmen aus den alten Bundesländern in die neuen bringen sollte, nicht zustande, andererseits auch wegen des fortgeschrittenen Alters vom Firmenchef Anton Schlüter jun. (1915-1999). Somit entschloss man sich, die Produktion sowie das Ersatzteillager nach Schönebeck zu verlegen. Von der Freisinger Belegschaft wurde bis auf einzelne Ausnahmen niemand übernommen, es konnte jedoch durch den Verkauf des Werksgeländes und des Schlüterguts ein Sozialplan für die ehemaligen Mitarbeiter finanziert werden.

Schlüter Super 350

  • Baujahr: 1967 – 72
  • Motor: SDM 100 W3, wassergekühlt
  • Zylinder: 3
  • Hubraum: 2945 ccm (ab 1971: 3186 ccm)
  • Bohrung x Hub: 100 x 125 mm (ab 1971: 104 x 125 mm)
  • Leistung: 35 PS, ab 1971: 42 PS
  • Drehzahl: 1800 U/min
  • Antrieb: Hinterrad
  • Getriebe: ZF A-208 III   –   8V + 4R
  • Zapfwelle: 615 U/min und 1230 U/min
  • Leergewicht: 2200 kg
  • Länge x Breite x Höhe: 349 x 171 x 156,7 cm
  • Reifen ab Werk: 6.00-16″ / 11.00-28″ (6.00-19″ / 11.00-32″)
  • Geschwindigkeit: 20 km/h, 28 km/h mit Schnellgang
  • Bemerkung: 186 Stck.

Höhe i. d. R. bis zum Lenkrad

Schlüter Super 550

  • Baujahr: 1968 – 72
  • Motor: SD 100 W4, wassergekühlt
  • Zylinder: 4
  • Hubraum: 3927 ccm
  • Bohrung x Hub: 100 x 125 mm
  • Leistung: 55 PS (ab 1971: 58 PS)
  • Drehzahl: 1800 U/min
  • Antrieb: Hinterrad
  • Getriebe: ZF A-210 III (ab 1969: A-212)   –   8V + 4R
  • Zapfwelle: 558 U/min und 1116 U/min
  • Leergewicht: 2610 kg
  • Länge x Breite x Höhe: 392,7 x 171 x 220 cm (bis Auspuff)
  • Reifen ab Werk: 6.00-19″ / 11.00-32″ o. 13.00-30″
  • Geschwindigkeit: 20 km/h, 28 km/h mit Schnellgang
  • Bemerkung: 587 Stck.

Schlüter S650V

  • Baujahr: 1963 – 66
  • Motor: SD 105 W4, wassergekühlt
  • Zylinder: 4
  • Hubraum: 4328 ccm
  • Bohrung x Hub: 105 x 125 mm
  • Leistung: 56 PS
  • Drehzahl: 1800 U/min
  • Antrieb: Allrad
  • Getriebe: ZF A-216 II, Lenkradschaltung   –   8V + 4R
  • Zapfwelle: 550 U/min und 1080 U/min
  • Leergewicht: 3000 kg
  • Länge x Breite x Höhe: 409,6 x 184 x 164,4 cm
  • Reifen ab Werk: 8.0024″ / 13.00-30″
  • Geschwindigkeit: 20 km/h, 28 km/h mit Schnellgang
  • Bemerkung: erster Schlüter-Allrad-Schlepper; ca. 800 Stck. Hinterrad- und Allrad-Versionen

Schlüter Super 850

  • Baujahr: 1968 – 76
  • Motor: SD 106 W6 (SDM 106 W6) / wassergekühlt
  • Zylinder: 6
  • Hubraum: 6619 ccm
  • Bohrung x Hub: 106 x 125 mm
  • Leistung: 85 PS, ab 1970: 90 PS
  • Drehzahl: 1800 U/min
  • Antrieb: Allrad
  • Getriebe: ZF T-318/325 II   –   12V + 6R
  • Zapfwelle: 590 U/min und 1180 U/min
  • Leergewicht: 3990 kg
  • Länge x Breite x Höhe: 459 x 205 x 234 bis 240 cm
  • Reifen ab Werk: 7.50-20″ / 14.00-34″
  • Geschwindigkeit: 27 km/h
  • Bemerkung: 437 Stck.

Schlüter Super 1250

  • Baujahr: 1968 – 81
  • Motor: SDM 110 W6 / wassergekühlt
  • Zylinder: 6
  • Hubraum: 7129 ccm
  • Bohrung x Hub: 110 x 125 mm
  • Leistung: 110 PS, ab 1970 115 PS
  • Drehzahl: 1800 U/min
  • Antrieb: Allrad
  • Getriebe: ZF T-330 II   –   12V + 6R
  • Zapfwelle: 600 U/min und 1200 U/min
  • Leergewicht: 4660 kg
  • Länge x Breite x Höhe: 438,5 x 215 bis 247 x 238 bis 247 cm
  • Reifen ab Werk: 7.50-20″ / 15.00-34″
  • Geschwindigkeit: 28,5 km/h (bis 1973); danach 30 bis 32 km/h
  • Bemerkung: 877 Stck.