Meine Eltern und ihr Leben

1949 Hochzeit Leiberg
Leiberg, 14. Mai 1949. Mama und Papa haben in der Leiberger Kirche geheiratet. Die Hochzeitsgesellschaft hat vor Mamas Elternhaus - Schmdt, genannt Öttkes - Aufstellung genommen, um das Foto zu machen. Links von Mama sitzend Oma Anna Weber, Papas Mutter. Rechts von Papa sitzend und Friedrich Schmdt, Mamas Eltern. Für mich bekannte Gesichter sind von links nach rechts: Helmut und Maria Traphan, Aloys Fingerhut mit Sohn Friedhelm, Christine Fingerhut mit Tochter Helga, Ewald, Johannes und Günther Schmidt sowie Else und Josef Weber, Elisabeth Rath, Elisabeth und Wilhelm Bensing. Dazu weitere Verwandte und Nachbarn sowie die Blumenmädchen.
1949 Hochzeit Leiberg2
Mama und Papa vor Mamas Elternhaus - Leiberg, 14.05.1949.
1950er MamaPapaSchützenfest
1950er Jahre: Mama und Papa beim Schützenfesttanz.
1954 Weihnachten
Weihnachten 1954. Papa, Mama, Friedel, Oma Anna, Gabriele.
1952 PapaMamaGabriele
1952. Gabriele ist da. Die Aufnahme täuscht ein schönes, sorgenfreies Leben vielleicht vor. Dem war so nicht in den 1950er Jahren. 6-Tage-Woche. Dreher bei Sobizacks, später Landmaschinenschlosser bei Betten; ein sehr niedriger Wochenlohn, eine kleine Wohnung in einem Haus, in dem noch andere Bewohner lebten: Oma Weber, Lappen, Meiers. Hausfrau und Mutter mit Hausarbeit, Gartenarbeit in zwei großen Gärten, Schneidern für Kunden. Papa beginnt mit dem nebenberuflichen Schmierstoffverkauf an Bauern. Morgens an der Alme Wäsche waschen, mit 1, 2, 3, 4, 5 Kleinkindern bis 1961 noch arbeitsintensiver. Ein Fahrrad ja, aber kein Auto, keine Waschmaschine, keinen Trockner, keinen Fernseher, kein Telefon, keine Heizung. Handarbeit ist gefragt; der Garten mit Kartoffeln, Gemüse und Obst muss die fehlende Kaufkraft ausgleichen. Geheizt wird mit Kohleöfen. Wintertags bleiben die Scheiben oftmals gefroren, um die Heizkosten niedrig zu halten. Kinder schlafen mindestens zu zweit in einem Bett.
1960er PapaMama im Wohnzimmer
Mama und Papa in unserem Wohnzimmer; Likör und Zigaretten auf dem Tisch. Mitte 1960er Jahre, schon mit eigenem s/w Fernsehgerät von Nordmende. Jetzt müssen meine Eltern nicht mehr den Kriminalfilm bei Theo und Gerda Glowienke schauen...

Mein Papa

Heinrich Weber, genannt Heinz

∗ 23. März 1923 in Büren
Beruf: Schlosser
geheiratet Kunigunde Schmidt (Schneiderin)
∞ standesamtlich: am 9. Dezember 1948 in Fürstenberg
∞ kirchlich: am 14. Mai 1949 in Leiberg
† 2. Dezember 2000 in Bad Wünnenberg

PapasGeschwister
Zeugnis WeberHeinz1937b800
Das Schulentlassungszeugnis von meinem Papa. Er wurde einen Tag vor seinem 14ten Geburtstag aus der Schule entlassen. Mit 14 Jahren begann seinerzeit das Berufsleben als Lehrling, auch "Stift" genannt. An seine Schulzeit schloss sich zunächst eine Lehre als Autoschlosser an. Papa lernte bei Wildenhain. Dort hat er mit anderen Autoschlossern bzw. "Stiften" so manchen Unsinn gemacht. Der eine oder andere Kundenwagen
Zeugnis WeberHeinz1937a800
musste dafür herhalten. In den 1930er Jahren waren Automobile etwas Seltenes und Besonderes. In Büren besaßen nur einige wenige Personen ein eigenes Automobil. Heute hat hier am Neuen Weg Koke, vormals BMW-Koke, ihren Sitz. Na ja, dumm war mein Papa nicht. Das war mir schon immer klar, auch ohne sein Zeugnis gesehen zu haben. Er sagte uns immer 'mal wieder gern, er sei auch auf der höheren Schule gewesen, im zweiten Stock halt! Aufs Gymnasium ging ein Arbeiterkind bis in die 1960er Jahre äußerst selten.
1937 Papa Familie
Papa mit seinen Eltern und Geschwistern. Papas Vater wurde in das Foto "einmontiert", da er bereits 1925 verstarb. Papa, Elli, Oma Anna, Änne, Threse, Vater Heinrich, Jupp.
WH 1940 Oma Änne Hannes vor Haus
1940 vor unserem Haus: Änne mit zwei Kindern (Marianne, Edith), Papa, Oma Anna.
1943 Papa Porträt
Papa in der Wehrmachtsuniform. Als Freiwilliger ging er zur Wehrmacht, nach der Ausbildung u. a. Kradmelder in Berlin, Bordschütze in der Heinkel He111, später Fallschirmspringer.
1943 Papa vorm Haus
Hier vor unserer Haustür. Wie hart unsere Oma, seine eigene Mutter, sein konnte, belegt folgende Anekdote: Papa kam nachts auf Heimaturlaub. Es war so gegen 23 Uhr. Oma hat ihn um diese Zeit nicht mehr hineingelassen, er war zu spät dran, er musste die Nacht im Freien verbringen!
1943 Papa vor Lkw
Irgendwo im Osten, um 1943. Nach dem Fliegereinsätzen mit der He111 meldete sich Papa zu den Fallschirmjägern. Im September 1944 landeten die Allierten bei Arnheim/NL; in der dortigen Schlacht und den weiteren Kämpfen mit der Wehrmacht starben ca. 17.000 Alliierte und weitaus mehr deutsche Soldaten. Auf dem deutschen Soldatenfriedhof bei Ysselsteyn/Venray liegen allein mehr als 31.000 Mann. Papa war hier eingesetzt im Kampf gegen Amerikaner, Briten und all die anderen Soldaten der Alliierten. Im Oktober 1944 geriet er bei Overloon in britische Kriegsgefangenschaft. Verwundet wurde er nach England geflogen und blieb dort dreieinhalb Jahre bis zum Frühjahr 1948. 1965, wir hatten unser erstes Auto, haben wir für eine Woche meine Tante Christine in Mülheim besucht. Von dort aus ist es noch etwa eineinhalb Autostunden bis Venray (Nähe Venlo). Papa wollte uns die Stelle zeigen, wo er in einem Graben von den Engländern mit dem Gewehrkolben niedergeschlagen wurde. Aber nach 21 Jahren war nichts mehr wie in seinen Erinnerungen. Natürlich konnten wir die Stelle nicht lokalisieren. Dennoch: der Weg über den deutschgen Soldatenfriedhof ist mir, einem 11-jährigen Jungen, in Erinnerung geblieben. Ein riesiges Meer von Kreuzen, mehr als 31.000 Einzelschicksale, die hier begraben liegen. Und weitaus mehr Familienangehörige, die um ihre Gefallenen trauern. Dazu noch einmal ähnlich viele auf der Seite der deutschen Gegner. Das stimmt einen echt nachdenklich. Papa hat sich später sehr stark engagiert a) für die Kriegsgräberfürsorge b) für die Aussöhnung mit den ehemaligen Feinden und wir haben daran teilnehmen können. Er schrieb als Mitautor an dem Buch "Slag in de Shaduw" und pflegte regen Kontakt zu englischen Veteranen, die in Holland seinerzeit gelandet waren und in der Schlacht um Arnheim usw. gekämpft haben. Lionel war einer von ihnen; er hat uns mit seiner Frau Elsie eine Woche lang in Büren besucht. Ein sehr netter Kerl.
1941 Papa Zündapp
Und als Kradmelder auf einer 750er Zündapp: Mit Beiwagenantrieb und Rückwärtsgang.
1943 Papa Jupp
Gemeinsamer Fronturlaub der Brüder: Onkel Jupp, Josef Weber, und Papa.
1946 Papa in Gefangenschaft GB
Eine Aufnahme aus der britischen Gefangenschaft in 1946.
1943 Papa Porträt2
Eine weitere Aufnahme, jetzt mit der Luftwaffenuniform.
1943 Papa hinterm Haus
Papa hinter dem Haus. Durch die Klappe zum Keller konnten die Schweine den kleinen Stall verlassen.
1943 Papa vor He111
Papa vor seiner Heinkel He111. Dort war er als Bordschütze aktiv. Er lag in der Glaswanne, die unter dem Fleugzeug angebracht ist, und sollte auf feindliche Flieger oder andere Angreifer (Flag, Kanonen) zielen. In dieser Position hat er mehrere Englandeinsätze überstanden. Die Heinkel He111 war ein zweimotoriger leichter, sehr langsamer Kampfbomber der Deutschen Luftwaffe. Sie konnte voll bewaffnet etwa 330km/h erreichen, wurde von 1936 bis 1944 in großen Stückzahlen (ca. 7600) gebaut.
1941 Papa BMW
Papa als Kradmelder auf einer BMW.
1943 Papa vor He111_3
Hier steht Papa am hinteren Leitwerk der He111 zusammen mit einem Flugkameraden.
1948 Papa England
Hier sehen wir Papa als Lkw-Fahrer, der für die Briten von Oktober 1944 bis Frühjahr 1948 arbeiten musste. Papa war im Raum Birmingham, Nottingham, Manchester, Sheffield, Liverpool mit seinem Lkw-Touren beschäftigt. Es war kein angenehmes Leben; aber kein Vergleich zu den Qualen, Entbehrungen und Schikanen, die Deutsche in Russland aushalten mussten, wenn sie zu den wenigen gehörten, die die russische Gefangenschaft überhaupt überlebt haben. Krieg und britische Gefangenschaft haben dennoch fast 10 Jahre seines Lebens gekostet. Den ganzen Unsinn und Irrsinn des Krieges hat Papa - meiner Meinung nach - erst Jahre später begriffen. Da wurde die Völkerverständigung zwischen ehemaligen Feinden sehr wichtig für ihn. Ich als Junge habe nicht sehr viele Geschichten aus der Kriegszeit zu hören bekommen; die wenigen jedoch hatten es in sich, wenn es um das Sterben der liebgewonnenen Kameraden ging. Und wie nicht anders zu erwarten, kam immer wieder stolz auf, wenn es darum ging, wie schnell Frankreich und andere Gegner überrannt wurden. Begriffe wie "die Tommys", "der Iwan" oder die "Italiener im Rückwärtslauf" sind bei mir hängengeblieben. Seien wir froh, dass wir in Mitteleuropa seit 1945 keinen Krieg mehr erlebt haben! Es sind nicht nur die Soldatenschicksale und das damit verbundene Leid, sondern auch die Opfer unter der Zivilbevölkerung, die Hunger, Tod und unvorstellbare Ängste ertragen musste - in sehr vielen Ländern. Wir haben die Auswirkungen unter den Menschen noch hautnah mit erlebt, bei Onkeln, Tanten oder etwa Lehrern, die das Erlebte nur schwer oder nicht verarbeiten konnten.
1950er Papa Porträt
Portätfoto von Papa zu Beginn der 1950er.
1950er Papa bei Sobizacks
Nach seiner Lehre als Autoschlosser hatte sich Papa freiwillig als knapp 18jähriger zur Wehrmacht gemeldet. Später arbeitete er wieder bei Wildenhain am neuen Weg. Hier eine Aufnahme bei Sobizacks, wo er anschließend als Dreher Arbeit annahm.
1940er Papa und Frau
Papa und ??? in den Endvierzigern.
1950er Papa Schleifstein
Papa am Schleifstein.
Papa auf Karneval in der Bütt der Kolping-Feier. Er war regelmäßig dort und begeisterte das Publikum bis in die 1960er Jahre.
Karneval im Kolpinghaus an der Detmarstraße; Papa in einer weiteren Rolle.
Dies ist der Arbeitsplatz in einem VW T1 Bulli. Hier bin ich ziemlich oft mit Papa und meistens einem Lehrling oder Gesellen zum Reparieren von landwirtschaftlichen Fahrzeugen in Betten Bulli mitgefahren. Betten Bullis waren fast immer rot. Besonders gefreut habe ich mich, wenn es wieder ein neuer war.
Papa mit Birgit neben unserem dritten Opel Rekord Caravan 1500.
Papa mit Raimund im Heizungskeller.
Beim Kaffeetrinken in Drensteinfurt bei Gundi und Charly.
Papa in Gala-Kleidung bei Gundi und Charly.
Als Papa noch Zigarre rauchte... Damals störte es noch niemanden. Auf jeder Feier wurde auf Teufel komm raus geraucht.
Mama und Papa vor unserer Haustür. Zu Hause "liebte" Papa das Tragen von Trainingsanzügen.
Drensteinfurt: Steine werden sortiert. Ist ja fast wie kurz nach dem 2. Weltkrieg, bis auf die Liegestühle im Stil der 1970er Jahre.
Papa an der Mosel, bei einem Ausflug mit Bianca, Gundi und mir zur Burg Eltz.
Papa im Frühjahr 2000 mit Bianca beim Frühstück vor unserem Haus.

Meine Mama

Kunigunde Weber, geb. Schmidt, genannt Kuni

∗ 25. August 1923 in Leiberg
Beruf: Schneiderin
geheiratet Heinrich Weber (Schlosser)
∞ standesamtlich: am 9. Dezember 1948 in Fürstenberg
∞ kirchlich: am 14. Mai 1949 in Leiberg
† 16. März 1999 in Paderborn

MamasGeschwister
1940er Mama4
Mama, wohl in den 1940ern.
1940er Mama3
Auch hier: Mama in den 1940ern. Mama hat nach der Volksschule eine Lehre als Schneiderin absolvieren dürfen. Viele junge Mädchen mussten seinerzeit ja in fremden Haushalten mehr oder weniger ohne Bezahlung unterkommen. Sie wurden dort i. d. R. ausgebeutet. Mama entging diesem Schicksal.
1940er Mama2
Im zweiten Weltkrieg arbeitete sie als Rote Kreuz-Helferin in Süddeutschland u. a. in der Nähe des Starnberger Sees. Hier eine Aufnahme aus dieser Zeit. Mama ist die zweite von rechts auf der Bank. Zusammen mit ihrer Gertrud Schön, Pastauers Jerrtrud, die sie aus Leiberg kannte. Die beide Frauen blieben zeitlebends in engem Kontakt.
1940er Mama
Mama in den 1940ern.
1940er Mama5
Mama.
1940er MamaMiaHelmut
Dieses Bild zeigt Mama, Maria Schmidt (Tante Mia), Christine Schmidt (Tante Stine) - zwei ihrer Schwestern. Der Junge ist Mias Sohn Helmut Traphan. Die Aufnahme sollte etwa aus dem Jahre 1946/47. Helmut ist 1939 geboren.
1960er Mama und Mia
Die Schwestern Mia Traphan, später Meier und Kunigunde, meine Mama, in den 1950ern.
Mama mit Oma Anna in unserem Garten bei der Kartoffelernte.
Schützenfest in Büren: Mama ist Hofdame.
Mama im Gespräch mit Oma Kleinschnittker. Papenkordts Elisabeth klein im Hintergrund rechts.
Ja, so kennen wir dich. Mama backt leckere Waffeln.
Mama hinter unserem Wagen bei einem Ausflug nach Hollage/Osnabrück.
Mit den Konsonanten hatt Peddy so ihre Schwierigkeiten.
Spaziergang am Sonntag mitten auf der Königstraße. Für zwei Autos wird es hier mit den Schneewänden ganz eng. Rechts außer Sicht das Landratsamt.
Sonntagsfoto: Mama und ich im Wohnzimmer.
Geht nicht gibt's nicht. Das habe ich von Mama.
Mama inmitten von Papas Geschwistern Therese, Elisabeth, Anna und Anneliese aus Bochum (vorn rechts).
Mama in Feiertagskleidung in Drensteinfurt.

Papa und Mama

Papa und Mama zu Beginn der 1950er Jahre.
Diese Aufnahme zeigt den Beginn eines wunderbaren Lebens: Heinz Friedrich Weber liegt als Taufkind im Arm seiner geliebten Mama Kunigunde. Weitere Personen: hinten Opa Fritz und Patenonkel Alwis (Aloys Fingerhut aus Mülheim/Ruhr). Mitte links: Oma Anna Weber, rechts Oma Maria Schmidt (geb. Hillebrand), an der Hand Gabriele. Die Aufnahme entstand vor unserer Haustür. Damals hatten wir noch die Hausnummer 34.
Schützenfest in Leiberg, 1956. Tante Dine, Onkel Hännes, Tante Marianne, Onkel Günther, Papa, Mama nebeneinander am Tisch.
Wohl eine Feier in den 1950ern. Links Opa Fritz (da ohne Frau, eher nach 1956), hinten links Meiers Heinz, hinten Papa.
Familienfeiern mit Papa sind nie ganz ohne! Von links: Tante Mia (Schmidt), Tante Stine (Fingerhut), Helmut Traphan, Onkel Heinz (Meier, Dietmar (Fingerhut), Tante Mia (Meier/Traphan), Opa Fritz (verdeckt). Helmut wird begossen. Hat er sich vielleicht verlobt? (mit Helga)
Feierrunde: Tante Bernadine Schmidt, Mama, Tante Marianne Schmidt, Tante Christine Fingerhut, Onkel Günther Schmidt, Tante Maria Schmidt, Onkel Ewald Schmidt. Hier Schmidts es aber gewaltig! Die Dame links mit dem Rücken zum Fotograf könnte Helga Traphan sein.
1957 Hochzeit SchmidtGünther August
Ein Hochzeitsbild von Günther Schmidt und Maria Anna Schäfer 1957 in Leiberg. Für mich interessant, weil hier viele meiner Verwandten zu sehen sind. Ich erkenne nicht alle aber ... Hinten von links: nn, Tante Mia und Onkel Ewald (Schmidt), nn, nn, Tante Lisbeth und Onkel Heinrich (Rath), nn, nn. Davor von links: Papa, Tante Mia und Onkel Heinz (Meier), Tante Dine mit Elmar auf dem Arm und Onkel Hännes (Schmidt), das Brautpaar, Tante Christine, nn, nn, Musiker. Vorne von links: nn, Beate Meier (sitzend), ich mit meiner Mama, nn, Gabriele und Rita Meier, Opa Fritz mit Heinz Friedel Schmidt, Dietmar Fingerhut, nn.
Hochzeitsfoto Leiberg, 1949.
Mama und Papa beim Schützenfesttanz.
Gleiche Position wie rechts: Weihnachten 1953. Papa, Mama, Friedel, Oma Anna, Gabriele.
Sonntagsausflug im Grünen. Wahrscheinlich Anfang der 1960er. Friedel, Gabriele, Papa, Tante Christine, Kunigunde, Mama mit Birgit, Raimund verdeckt.
Sonntagsspaziergang auf der Heide: Friedel, Mama, Kunigunde, Gabriele, Papa.
Sonntagsspaziergang ca. 1957: Webers, Schmidts Leiberg, Schmidts Fürstenberg, die damals auch in Leiberg wohnten. V. l.: Gabriele, Tante Berndine, Heinz-Friedel (Lbg), Friedel (ich), Kunigunde (im Kinderwagen), Papa, Mama, Elmar, Tante Marianne, Onkel Günther. Ein Zusammentreffen war nur mit einem gelben Postbus möglich.
Ein deutsches Wohnzimmer in den 1960ern. Das erste SW-Fernsehgerät darf nicht fehlen auf dem Foto. Um 1965.
Gabriele ist da. Büren, 1952.
Frühjahr 1954. Friedel auf Mamas Schoß, Gabriele steht daneben. Diese Zeit war für Eltern schwer, deutlich schwerer als heute. Typischer Tagesablauf: 5 Uhr aufstehen, Waschen in einem Topf/Fass, dessen Wasser mit einem Feuer darunter erwärmt wurde. Alternativ: Waschen im Wasser der Alme. Windel waren aus Baumwolle und müssen immer wiederverwendet werden, weil man sich nicht dauernd neue leisten konnte. Trocknen auf der Leine! Im Winter fast unmöglich, da die Häuser nicht überall zu heizen waren. Kurzes Frühstück, zur Arbeit; 6 Tage Woche einschl. Samstag. Nebenerwerb nötig, um sich ein bisschen mehr leisten zu können. Mama war Hausfrau und Schneiderin. Sie arbeitete häufig bis in die Nacht hinein. Papa ging morgens oft zur Alme die Wäsche waschen, dann 8 bis 17 Uhr Landmaschinenschlosser, in der kurzen Mittagspause (30 bis 45 Min.) mit dem Fahrrad oder Trecker von Kunden nach Hause. Schmierstoffe verkaufen. Der große Garten - wir hatten noch wie viele andere einen zweiten am Ende der Briloner Straße untern Friedhof - musste bestellt werden, um nicht unbezahlbare Lebensmittel aus dem Geschäft kaufen zu müssen. Dort wurde geerntet: Kartoffeln, Erbsen, Bohnen, Kohl, Möhren, Äpfel, Birnen, Himbeeren, Jiohannisbeeren. Natürlich mussten auch die Knder mit anpacken im Haushalt und Garten, als sie älter wurden. Ich denke, diese Art der guten alten Zeit will niemand wieder haben...
Unser zweiter Familienurlaub bei Fingerhuts in Mülheim/Ruhr 1965. Einfach toll, wie nett und uneigennützig Fingerhuts uns noch einmal aufgenommen haben. Reisten zum zum ersten in 1964 noch per Zug an, hatten wir jetzt unser erstes, gebrauchtes eigenes Auto, das Papa primär zum Geldverdienen (Schmierstoffe ausliefern) benötigte. Das Ruhrgebiet, hier halt Essen, war für uns Bürener eine ganze neue Welt: stark befahrene Straßen, Straßenbahnen, Einkaufszentrum Gruga, Wahnsinn! Wie heiß nur der kleine Laden, zu dem man immer zu Fuß gehen und einkaufen konnte??? Helga, wenn du dies liest, melde dich!
In der Urlaubswoche haben wir mehrere kleine und schöne Ausflüge unternommen: Baldeney-See, Duisburger Zoo und Holland-Fahrt.
Raimund, Kunigunde, Mama, Birgit, Tante Christine mit Enkelin Claudia.
Auf dem Soldatenfriedhof in Ysselsteyn/NL. Hier liegen 32.000 deutsche Soldaten. Ja, Papa wollte uns in Holland zeigen, wo er im Oktober 1944 in Gefangenschaft geraten ist. "Das kann ich euch genau zeigen!" Er konnte 21 Jahre später aber auch gar nichts mehr wiedererkennen. Die Landschaft hatte sich stark verändert.
Wir 5 Weberkinder nach Alter sortiert auf der Rutsche des Spielplatzes in Mülheim-Heißen, Hardenbergstraße. Den Spielplatz mit kleinem Fußballfeld gibt es auch in 2019 noch hier. Wie beim ersten "Urlaub" schliefen und lebten wir mit Tante Stine und Onkel Alwis in der kleinen 3 ZKB-Wohnung in den zwei Betten und auf dem Fußboden.
Hier stehen wir im Duisburger Hafen Ruhrort. Zweite von links: Helga, Daneben Tante Christine. Ich trage den Mecki-Schnitt. Gabriele und Mama machen einen auf cool.
Helga neben unserer Familie. Übergewicht war in den 1950er und 1960er Jahren kein Thema. Ich trage noch meinen Kommunionanzug von 1963. Ein Anzug mit kurzen Hosen war billiger, obwohl es im April meistens noch geschneit hat. Mama sagt, ich war immer mit allem zufrieden, auch mit gebrauchten Sachen. Heute ist dies nicht mehr so. Papa hat hier fotografiert.
Onkel Alwis mit Friedel und Kunigunde vor Fingerhuts Haus in der Hardenbergstraße.
Immer wieder sonntags! Friedhofsbesuche gab es in schöner Regelmäßigkeit. Hier lag Opa Heinrich Weber, Maurer, gestorben in 1925 an Lungenentzündung, bevor unser Haus fertig wurde. Ich habe meist das Wasser geholt.
Raimunds Kommunion mit Patenonkel Ewald Schmidt.
Also gern bin ich nicht gegangen, aber Mama zu Liebe. Sonntags war Anzug-anziehen-Zeit. Und bitte nicht schmutzig machen. Der Anzug konnte nicht in die Reinigung, er wurde mit "Kaffeesatz" sauber gemacht. Oder habe ich das geträumt?
Mama mit Raimund und Birgit, den beiden jüngsten Kindern.
Unser erster und einziger echter Familienurlaub: Juli 1966 nach Klagenfurt am Wörthersee in Österreich. Schon damals gab es Staus und Papa konnte gemütlich ein Foto auf der Autobahn schießen. Die A44 existierte nicht. Wir fuhren über Unna, Köln, Frankfurt, Nürnberg, München, Tauerntunnel/A nach Klagenfurt. In Marktoberdorf sind die Fendt-Treckerwerke zu Hause. Dort haben wir übernachtet. Am Morgen sorang unser Opelnicht an. Papa nahm den Hammer aus dem Kofferraum (bei längeren Fahrten immer dabei!) und verpasste dem Anlasser einen Schlag. Peng, die Kohlen rutschten, der Anlasser (ein Elektromotor) lief. Das Wägelchen lief maximal 135km/h, bergrunter vollbepackt wie hier auch über 140. Alles fibrierte. Dass die damaligen Bremsen katastrophal schlecht waren, war uns nicht klar. Alle anderen hatten ja auch keine besseren. Vorn saßen drei, auf der Rückbank vier Personen. Der Kofferraum war nur bis zur Scheibenkante bepackt. Dort lag unser ganzes, armseliges Gepäck. Viel Platz mussten wir für Lebensmittel verwenden: Kartoffeln, Reis, Nudeln, Mehl, Zucker und manches andere hatten wir eingepackt, weil es billiger war. Streckenweise lagen Birgit und Raimund auf diesem Gepäck hinten. Die damaligen Autos hatten Schmalspur-Diagonalreifen (155-13), nur einen linken Außenspiegel, Trommelbremsen, 3 Gang-Lenkrad-Schaltung. 55 PS aus 1500ccm. Und dennoch: jeder von uns Webers sagt wahrscheinlich: "Das war unser schönster Urlaub!" Spannend war es, anstrengend, neu. Die Hinfahrt endete sehr traurig; nach mehreren Unterbrechungen des Radio-Empfangs durch die Alpen wurde es zur Gewissheit: Deutschland hat das Endspiel um die Fußball-Weltmeisterschaft im Wembley-Stadion gegen England mit 2 zu 4 verloren. Tor 3 war eine totale Fehlentscheidung am 30.07.1966. Ehe ich es vergesse. Wir haben uns keinen zweiten Urlaub mehr leisten können, weil der Hausanbau abbezahlt werden musste. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte von sogenannten Schützenvorstandsfreunden, die bei der Sparkasse Büren arbeiten...
Juli 1966: Baden am Wörthersee. Ein schlimmer Sonnenbrand hat uns danach mehrere Tage sehr zu schaffen gemacht.
Unsere Familie mit unserem Vermieter Herrn Frograschy.
Besuch im Minimundus in Klagenfurt.
Wir fünf Weber-Kinder.
Für uns Landeier sehr beeindruckend. Diesen Urlaub hat Gabriele so gut wie allein geplant. Mit 15 Jahren ein Zeichen großer Selbständigkeit.
1967: Familienausflug zu den Externsteinen bei Detmold. Mama und wir 5 Weberkinder.
Die Oma mit uns Webers. Gaby hat fotografiert. Ca. 1969.
Jims Fox-Terrier Peddy muss mal wieder gebadet werden.
Eine der regelmäßigen Familienfeiern bei uns: Mama, Tante Lisbeth, Tante Änne, Gaby, Bensings ???, Tante Elli, Birgit, Raimund.
Birgit beim SDchmusen mit Mama. Im Wohnzimmer, ca. 1971.
Mama und Papa auf einem Ausflug.
Die Großfamilie am Tisch.
USA-Urlaub am Atlantik mit Gaby und Jim sowie Chris und Lexi.
Chris, Mama, Papa, Lexi.
1998 - Testsitzen im BMW Z3 2.8 vor unserem Haus.
Porträtfoto made in USA.
Meiers Mia war häufig unser Gast.
Mama und Papa in der sommerlichen Hitze vor der Haustür.
Ebenfalls auf einem anderen USA-Urlaub. Mama und Papa flogen regelmäßig herüber nach Louisville, Kentucky, um ihre Tochter, den Schwiegersohn und die beiden Enkelkinder zu sehen.
Mama und Papa auf der Farm am Ohio.
Papas letzter USA-Besuch. 1999 nach Mamas Tod flog er mit Gerd-Otto aus Hattingen, dem Sohn von seinem Bruder Josef Weber.
1999: Papa mit Bianca und mir vor der Burg Eltz; Gundi fotografiert.
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