Gewerbegebiete

Auf meiner Modelleisenbahn gibt es zwei Bereiche, die dem Gewerbe bzw. der Industrie vorwiegend gewidmet sind. Der eine, kleinere Bereich ist durch eine Sägewerk besetzt; der andere, größere Bereich entspricht eher einem kleinen Industrie- oder Gewerbegebiet. Hier befinden sich mehrere Betriebe unterschiedlicher Branchen. Beide Bereiche sind durch Straße und Bahn angeschlossen. Damit ist ein sehr abwechslungsreicher Fahrbetrieb möglich. Frachtgut, Kohle, Kies, Beton, Steine, Ziegel und Holz werden umgeschlagen. Die Bilderserie unten startet mit dem Sägewerkgebiet.

Das große Gewerbegebiet im linken Anlagenflügel.
Im rechten Anlagenbereich liegt ein Sägewerk.

Das Sägewerk

Gerade noch rechtzeitig erspähe ich die V60, die dem Sägewerk einen Holzkurzzug anliefert.
Die beiden mit Baumstämmen beladenen Wagen sind auf das sägewerk-eigene Gleis rangiert worden.
Eine aufschlussreiche Luftaufnahme vom Sägewerk. Direkt vor der Tür verläuft die Landstraße. Umgeben ist das Werk von kleinen Baumbeständen.
Man sieht, es handelt sich um ein kleines Sägewerk mit geringem Flächenbedarf.
Der Fotograf hat sich auf die andere Anlagenseite geschlichen, um die Diesellok besser sehen zu können.
Das Anschlussgleis fasst gerade mal zwei bis drei Wagen. Mehr werden aber auch nicht angeliefert.
Eine Luftaufnahjme aus anderer Perspektive, die den Gleisverlauf gut darstellt. Oben geht es rechts zum Bürener Bahnhof.
Noch einmal ein neuer Blickwinkel auf das Sägewerk von der Bahnseite.
Die Dämmerung bricht herein.
Die Diesellok verlässt den Bereich in Richtung Heimatbahnhof.
Noch einmal kann ich sie von einem Hügel aus erhaschen.
Auch im Dunkeln ist die Landstraße in diesem Bereich einigermaßen beleuchtet.
Das Sägewerk hat noch lange nicht Feierabend; einige Stämme müssen noch zersägt werden.
Ist wird Nacht und ruhig in diesem Bereich der Modelleisenbahn.

Das Gewerbegebiet

Die folgenden Aufnahmen zeigen das Gewerbegebiet am 11.11.2019. Hier eine Totale. Ich habe nochmals Bäume und Büsche gepflanzt, Menschen und Fahrzeuge positioniert. Aus diesem Anlass habe ich das herausnehmbare Modul (im Bild eher rechts zu erkennen; siehe Trennlinie rechts des Ziegelwerkes) noch einmal entfernt und bei der Gelegenheit auch Abstaubungen mit dem Staubsauger durchgeführt.
Die Kohlenhandlung bekam endlich den lang ersehnten Fuchs-Bagger zur schnelleren und insbesondere leichteren Arbeit mit Kohle und Briketts. Die viele Post wird hier im Gewerbegebiet per VW-Käfer ausgeteilt.
Der große Güterschuppen ist im Besitz einer größeren Spedition. Hier ist der Umschlag etwas höher als im zweiten, kleineren Lagerschuppen.
Die Anschlussgleise werden täglich befahren. Für den Straßenverkehr besteht hinter dem Betonmischwerk eine Wendemöglichkeit.
Hier wird im anderen Lagerschuppen gearbeitet. Die Arbeit geht einfach nicht aus.
Ein Blick von der Straßenseite auf Lagerschuppen, Schotterwerk und Betonmischwerk. Ladegüter werden sowohl angeliefert als auch abgeholt. Beides ist auf Schiene und Straße zu sehen. Noch dominiert der Transport auf der Schiene in Brilon-Wald.
Der große Güterschuppen besitzt ebenfalls ein direktes Ladegleis. Die Lagerarbeiter bereiten schon den nächsten Abtransport vor.
Es ist viel zu tun, dennoch geht es schon noch gemächlich zur Sache. Exaktheit und Ordnungsmäßigkeit vor Schnelligkeit.
Der MB-Lastzug wird beladen und macht sich in etwa einer halben Stunde auf den Weg nach Paderborn. Die Fahrzeit beträgt sicherlich 1 1/2 bis 2 Stunden. Danach abladen beim Kunden und endlich Feierabend mit Übernachtung in einem preiswerten Gasthaus. Ich kann mich noch genau an diese Zeiten erinnern: mein Vater hatte in den 1950er und 1960er Jahren eine kleine Öl- und Schmierstoffhandlung als Nebenerwerb. So etwa einmal im Monat bekamen wir Ware. Ein Lastzug kam aus Hannover-Wülfel zu uns und lieferte meist den Anhänger voll Motor-, Getriebeöle, Fette und Treibstoffzusätze (Desolite) der Autol-Werke, Hannover bei uns an. Er fuhr morgens früh dort los via B1 über Hameln und Paderborn. Kam so gegen 13 bis 14 Uhr in Büren an, lud ab und fuhr dann zwei Kilometer bis Weine, wo er in der Gastwirtschaft Thöne einkehrte und übernachtete. Am nächsten Morgen fuhr er weiter bis Brilon, um dort die Zugmaschine auszuladen. Dann ging es retour nach Hannover. Zwei volle Tage dauerte so ein Ausflug mit den Schmierstoffen. Und überschlagen hat sich der gute Mann nicht. Muss er auch nicht, die Tage waren lang und anstrengend genug: 20 Liter Eimer, 55 Liter Fässer, 200 Liter Fässer, das alles wurde per Hand und Sackkarre abgeladen. Die schweren Gebinde - Fässer lies er auf ein bis zwei Lkw-Reifen fallen, die auf unserem Bürgersteig lagen. Immer mal wieder wurde durch den Sturz aus 1,2m Höhe ein Gebinde beschädigt. Gemerkt haben wir es, wenn Öl auslief. Als ich älter und etwas stärker wurde, habe ich ganz gern geholfen beil Entladen und Ware vergleichen. In den 1970er Jahren änderte sich das Bild. Einerseits ging unser Verkauf zurück, andererseits stellten die Autol-Werke fest, dass die Anlieferung per Spedition preiswerter war. Auch mussten keine eigenen Lkw mehr vorgehalten werden. Für die Fahrer das Aus. Schade! Vielleicht erinnert sich ja noch jemand an die TV-Serie "Fernfahrer". Die passt sehr gut in diese Situation. Maximal 60km/h auf der Bundes- oder Landstraße, im Schnitt wohl höchstens 50km/h, das dauerte eben.
In diesem Betrieb werden diverse Flüssigkeiten und Gase bereitgestellt. "Komm weiter, zwei Meter kannste noch fahren!", scheint der einweisende Arbeiter zu rufen.
In der Nachbarschaft befindet sich eine Radsatzdreherei. Schwerarbeit, die Achsen mit Gabelstaplern bis zum Waggon oder Lkw zu transportieren.
Eine Großaufnahme der wichtigen Kohlenhandlung ind Brilon-Wald. Die Brennstoffe wurden per Hand auf Lkw geladen und später per Hand beim Endkunden abgeladen. Entweder waren Säcke zu schleppen oder mit der Schüppe wurde abgeladen. Tw. waren hydraulische Kipper danach im Einsatz. Du warst jeden Abend schwarz wie ein Heizer oder Schornsteinfeger und hast dir die Wirbelsäule kaputt gemacht beim Schleppen der Zentner-Säcke (1 Zentner = 50 kg).
Die Ziegelei: Ziegel und Dachpfannen sind die beide wichtigsten Produkte hier. Wie in der Kohlenhandlung körperlich schwere Arbeit. Und immer alles sechs Tage die Woche. Samstags bis mittags. 45 Stunden war normale Wochenarbeitszeit für "Malocher".
Hier wird Beton hergestellt. Anlieferung von Zement, Wasser und Gestein i. d. R. per Bahn, der Beton wird dann im Lkw zur Baustelle gefahren.
Es wird langsam Abend in Brilon-Wald. Es ist kurz vor Feierabend.
Die Lichtverhältnisse erschweren die Arbeiten mit dem dunklen Brennstoff.
Auch in diesen Betrieben brennt noch Licht; es ist um die 17 Uhr.
Der Spediteur-Lastzug wurde beladen und rollt in die Nacht hinein.
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