Der Güterbahnhof und das BetriebswerkBrilon-Wald

Die Güteranlagen in Brilon-Wald sind nicht besonders ausgedehnt und vom Bahnbetriebswerk nicht direkt zu trennen. Immerhin findet sich so ziemlich alles, was man zur Lokbehandlung der 1950er und 1960er Jahre benötigt, vor Ort. Bekohlung, Besandung, Tankstellen für Öl und Diesel, Wasserkräne mit zugehörigem Wasserturm.  Neben 4 parallel verlaufenden Gleisen gibt es einige Abstellgleise sowie Gleise als Zufahrt zur Drehscheibe. Das Bw bietet Platz für 17 Lokomotiven, davon 9 im Lokschuppen. Alle 17 Gleise sind an die 26m-Drehscheibe angeschlossen. Eine Zufahrt führt direkt auf das Bahnhofsgelände (im Bild unten links).

Brilon-Wald besitzt hinter dem Hauptbahnhof einen Güterbahnhof und ein Betriebswerk. In der Realität lag das wichtige Betriebswerk in Bestwig, aber eben auch an der Ruhrtalbahn Hagen-Kassel. Bei Nuttlar verzweigt von der Ruhrtalbahn die Nebenstrecke nach Winterberg und Hallenberg. Heute fahren die Züge noch bis Winterberg.
Luftaufnahme des Betriebswerkes: auf der Drehscheibe wird gerade BR58 1836 gedreht, um wenig später einen Kurzgüterzug nach Meschede zu bringen. Der Lokschuppen ist bis auf einen Stand belegt. Rechts unter der Drehscheibe die Lokleitung. Der Betriebsleiter, ein Dipl.-Ingenieur, fährt eine sehr gepflegte Mercedes-Limousine aus den 1940er Jahren.
58 1836 muss nochmals zur Seite rollen und einer anderen Platz machen. Eine 45er soll noch vorher einen schwren Güterzug übernehmen und wird gleich herausgeholt.
Auf den Drehscheibenwärter ist Verlass; schon rollt die 3.000PS starke 45 022 aus dem Schuppen.
Hier wird die Tenderlok 64 250 in Position gebracht. Unten Mitte: die o. g. Mercedes Limousine.
V200 126 wird später einen Eilzug über Hagen nach Oberhausen bringen. Vorher wird ihr 2700 Liter fassender Tank noch aufgefüllt.
In diesen Tender passen 38m³ Wasser und 13,5m³ Öl. Letzteres wird nachgefüllt. Der Heizer hat es auf einer 01.10 mit Ölhauptfeuerung deutlich angenehmer als auf der 01.10 Kohle. Die 01 1082 leistet knapp 2.500PS und kann locker 150km/h rennen, wenn es der Meister will.
Die 18 115 benötigt noch Kohle. Der 2'2'T31,5-Tender ist beinahe voll. Ihre Tage sind bei der DB bereits gezählt. Bald soll sie ausgemustert werden. Ein Jammer, ist die über 1800PS starke Vierzylinder-Verbundlok doch eine Rarität und eine Schönheit.
Mittlerweile verläßt 44 256 den Güterbahnhof und macht sich auf den Weg über Kassel nach Hannover.
Eine Woche später: In Brilon-Wald ist es Abend geworden. Ein weiterer Autozug mit 44 256 rollt als Durchgangszug durch den Güterbahnhof, hier eingefangen an der Bahnhofstraße, die nach Silbach führt.
Wenige Sekunden später geht es im Dreizylindertakt durch den Güterbahnhof. Fast 2000 44er hat die Bundesbahn im Einsatz. Auf ihr lastete ein Großteil des Güterschwerverkehrs auf der Schiene. 33 Maschinen der 1989 44er wurden in den 1950er Jahren mit Ölhauptfeuerung ausgerüstet. Die Arbeit als Heizer auf einer Kohle-44er war Schwerstarbeit.
Käfer und Bullis dominieren auf dem Zug. Die grauen Kesselwagen rechts beinhalten den Brennstoff Öl für die 01er, 10er, 41er und 44er, die auf meiner Anlage mit Ölhauptfeuerung ausgestattet sind. Die 18 201 und 01.5 der DR zählen ebenfalls dazu.
Noch ist die Ausfahrt nicht freigegeben. Macht der Gewohnheit - die Kühe lassen sich durch das Zischen, Dampfen und Pfeifen der Loks nicht mehr nervös machen.
Momentan ist etwas Ruhe eingekehrt im Bw Brilon-Wald.
58 1836 wird bekohlt. Nach Erledigung aller Wartungsarbeiten wird sie am Lokschuppen abgestellt und das Lokpersonal kann nach Hause gehen.
Endlich kann das Lokpersonal die 17 1152 abstellen und den verdienten Feierabend genießen. Alle Wartungsarbeiten sind erledigt. Diese frühere S10.1 (Baujahr 1914) besitzt ein Vierzylinder-Verbundtriebwerk und ist 120km/h schnell. Eine sehr formschöne Lokomotive!
Nach der Bekohlung rollt 58 1836 auf ihren Abstellplatz für die Nacht.
Eine V200.1 kommt aus dem Tunnel und nimmt die Einfahrt zum Güterbahnhof.
Vorbei an anderen Zügen geht es weiter nordwärts: V200.1, hier 221 104.
Das Fahren mit den Zügen macht im Abendlicht noch mehr Freude als bei Tageslicht, finde ich. Die Atmosphäre ist schöner. Man erschauert ja fast wie früher als kleiner Junge an der Almetalbahn, wenn die Dampfloks ihren Pfeifton herausblasen. Der geht dann durch Mark und Bein. Die Dieselmotorgeräusche von vielen Loks sind ebenfalls ein Vergnügen. BR218, BR210 (!), V200, VT11.5, die Taigatrommel, die Ludmilla, um nur einige zu nennen, sind ein wahrer Genuss, speziell wenn sie im "Nachtmodus" über die Anlage brummen.
Die Südseite des Güterbahnhofs.
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