Berühmte Motorräder von 1950 bis heute

Die 1950er Jahre sind gekennzeichnet durch Entbehrungen, durch Wiederaufbau, durch ein geteiltes Deutschland. Man kann von sehr guten Jahren reden, wenn Fortschritt und bessere Lebensverhältnisse gemeint sind. Andererseits sind die Jahre geprägt von der Herrschaft der “alten Männer”, von Spießbürgertum und Stillstand. Die Rolle der Frau wird einseitig in Haushalt und Familie gesehen. Auch die Kirchen zeichnen ein völlig unemanzipiertes Bild von Mann und Frau. Das Berufsleben der Männer findet mit 45 Stunden von Montag bis Samstag statt, das der Frauen zu Hause. Die Löhne sind niedrig, der Wohlstand bescheiden. Ziel der meisten Menschen ist: höherer Wohlstand, Sich-mehr-leisten-können, eine größere Wohnung, ein Auto, ein Urlaub, ein Fernsehgerät. Schimpfte der Durchschnittsdeutsche damals auf die Flüchtlinge aus der Ostzone, aus Schlesien, Pommern und Ostpreußen, wurden in den Jahren danach die Gastarbeiter aus Italien, Spanien und der Türkei Ziel der Anfeindungen. Heute sind es wieder Flüchtlinge aus allen Teilen den Erde. Geschichte scheint sich zu wiederholen.
Wir haben mittlerweile einen Wohlstand erreicht, der mit dem der 1950er Jahre nicht mehr vergleichbat ist. Aber: die Unterschiede zwischen arm und reich sind deutlich größer geworden. Wir haben allein in Deutschland unzählige Millionäre und sehr viele Milliardäre, diametral gegenüber stehen Millionen Menschen, die wir arm nennen müssen. Es reicht hinten und vorne nicht zu einem normalen, angenehmen Leben. Allein von 2017 auf 2018 ist das Vermögen der deutschen Millionäre und Milliardäre um 20% gestiegen – in einem Jahr. Der Normalbürger hatte in dieser Zeit keinen Einkommenszuwachs. Bruttolohnerhöhungen werden von höherer Steuerlast und Inflationsrate eliminiert. Dennoch geht es der überwiegenden Mehrheit der Menschen in Deutschland und Europa besser als früher, vielen besser als je zuvor. Dieses äußert sich auch im Besitz von Fahrzeugen für den Individualverkehr. War in den 1950er Jahren ein Fahrzeug – meist Fahrrad oder Motorrad, manchmal Auto – das Transportmittel zur Arbeit und für “Dienstfahrten” für die Familie, so ist der Individualverkehr heute geprägt von permaneneten Pendlerfahrten zur Arbeit, Fahrten zum Einkaufen und zu Freizeitveranstaltungen sowie Urlaubsfahrten. Die Anzahl der Fahrzeuge steigt noch immer. Zum 1. Januar 2018 hatte wir in Deutschland 687 Fahrzeuge pro 1000 Einwohner. Daraus läßt sich leicht schließen, dass in einer Familie mehere Fahrzeuge vorhanden sind. Personenwagen und Motorräder sind für viele Menschen mehr als ein Fortbewegungsmittel. Dazu ist nicht nur die Vielfalt in der Gesellschaft, unter uns Menschen, in der Politik gestiegen, nein, auch das Fahrzeugangebot hat Ausmaße angenommen, das für jede Nische ein Produkt parat hat. Gerade wir Deutschen waren und sind bekannt für unsere Liebe zu Autos und Motorrädern. Ich bin dafür ein Musterbeispiel. Meine Liebe geht soweit, dass ich hier auf mehreren Seiten meine liebsten, schönsten, wichtigsten oder bemerkenswertesten Motorräder der vielen Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg vorstelle. Nicht gerade leicht in früheren Jahren, jetzt noch schwerer in der Flut unterschiedlichster Modelle und Modellreihen. Inzwischen sehnen sich immer mehr Motorradliebhaber nach schlichten, weniger komplizierten Modellen. Sogenannte Retro-Bikes sind stark nachgefragt. Die Technologieträger der Hersteller, die Supersportler, bilden eher eine untergeordnete Rolle. Dennoch: für mich stellen die Supersportler die Speerspitze der Motorradindustrie dar, sie zeigen das technisch Machbare, sie strömen Magie aus lassen so manchen von so einer Rakete träumen. Träume von einer Kawa H1 oder H2 hatten wir früher auch, nur kaufen konnten wir die nicht. Auch hier wiederholt sich Geschichte.
In akribischer Arbeit habe ich Fotos, technische Daten und Testergebnisse zusammengetragen und oft auch eine Bemerkung zur Maschine gemacht. Somit biete ich eine wunderbare Zusammenfassung von rund 70 Jahren Motorradgeschichte auf deutschen Straßen. Ein individuelle, persönliche Auswahl, die nicht repräsentativ sein will. Ein kleines Paradies für Motorrad- und Technik-Freaks!

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