Spurensuche an der Almetalbahn

Ich habe im Juni 2019 die Idee verfolgt, Spuren der Almetalbahn von Paderborn bis Brilon-Wald zu finden. In Form eines Stationenweges habe ich versucht, die alte Trasse und noch erhaltene Gebäude in Bildern festzuhalten. Das Ergebnis seht ihr hier. Bei Gesprächen mit älteren Anwohnern – immerhin fuhr hier vor 38 Jahren der letzte Zug – in den vielen Orten entlang der Strecke habe ich interessante Details erzählt bekommen. Über eine mögliche Reaktivierung wusste bisher – Paderborn bis Büren – niemand etwas. Offensichtlich ist dieses Thema nur in der Neuen Westfälischen und nicht im hier vorwiegend gelesenen Westfälischen Volksblatt den Lesern nahe gebracht worden. Eigentlich schade! Na ja, meine dann vorgestellte Reaktivierungsidee, die mittlerweile von fast allen Kommunalpolitikern unserer Region unterstützt wird, fand bei allen Gesprächspartnern Zustimmung. Erschreckt hat mich der Zustand der alten Strecke: absolute Wildnis, oft kaum wiederzufinden, tw. überbaut mit einem Radweg, neue Gebäude nahe der Trasse, viele ehemalige Bahngebäude in Privatbesitz. Eine Reaktivierung wird nicht einfach werden.
Zwischen Büren und Brilon-Wald wird es zumindest einfacher werden, die Spuren zu entdecken. Hier liegen ja noch die alten Gleise…

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Die Almetalbahn von Paderborn bis Brenken im Jahre 1980. (Slg. Weber)
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Die Almetalbahn von Brenken bis Alme im Jahre 1980. (Slg. Weber)
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Die Almetalbahn von Alme bis Brilon-Wald im Jahre 1988. (Slg. Weber)

Wir starten unsere Spurensuche in Paderborn

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Paderborn, Hbf. Ganz rechts Gleis 5, von wo die Fahrt nach Büren und Brilon losging.
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Gleis 5: vielleicht stehen hier später einmal Züge mit den Zielorten, Büren, Brilon und Brilon-Wald.
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Das Gleis schlängelt sich durch den Bahnhofsbereich und biegt dann hinten links ab.
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Früher ging es hier Richtung Frankfurter Weg/Wewer, heute biegt das Gleis links nach Süden ab und mündet später im Industriegebiet an der Borchener Straße. Das erklärt den guten Zustand.
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Blickrichtung Wewer; die Unterführung der B64 im Hintergrund.
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Hier überquert es die Wollmarktstraße. Im Hintergrund der Hauptbahnhof.
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Hier die alte Trasse von der Frankfurter Straße gesehen Richtung Hbf.
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Auf der Barkhäuser Straße ist der ehemalige Übergang noch erkennbar.
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Hier in Wewer stand einmal das Bahnhofsgebäude; diese kleine Schrifttafel erinnert an die guten, alten Eisenbahnzeiten.
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Heute sieht es so aus in Wewer, Blickrichtung Paderborn.
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Nicht gerade viel ist übrig geblieben, aber immerhin dieser Ort.
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Ehemaliger Bahnübergang, Blickrichtung Trasse nach Borchen.
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Blickrichtung Borchen/Büren.
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Ehemaliger Bahnübergang an der Straße nach Borchen.
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Dort hinten steht in Borchen das alte Bahnhofsgebäude.
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Dies ist die alte Bahnhofseinfahrt aus Richtung Alfen. Etwa 200m hinten rechts steht das oben gezeigte Bahnhofsgebäude. Hier der Bahnübergang Bahnhofstraße (Alfener Straße).
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Es wurde renoviert und ist in Privatbesitz. Weiter hinten lagern hunderte Tonnen Kies und Steine. Die Gleisanlagen links hinter dem Gebäude sind völlig überwuchert.
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Blick aus dem "Bahnhofsfeld Borchen" in Richtung Trasse Alfen.
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Alfen, ehemaliger Bahnübergang Am Kleeberg. Direkt vor uns lag das Bahnhofsgleis mit einem kleinen Gebäude. Alfen besaß ein Abstellgleis. Es endete dort, wo jetzt rechts ein Wohnhaus steht, welches 1987 gebaut wurde. Damals lag hier nur noch das Streckengleis.
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Blick über die Kleestraße in Richtung Tudorf. Die Bahnlinie bildete bekanntlich bei Alfen ein großes S. Von Paderborn kommend ging es in eine etwa 100° Rechtskurve zum Alfener Bahnhof. Nach der Überquerung der Kleestraße schwenkte die Trasse in eine etwa 100° Linkskurve nach Tudorf, um sich mit wenig Steigung an das Gelände zu schmiegen.
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Danach führte die Trasse unter der Kreisstraße Alfen/Tudorf auf den hier abgebildeten Viadukt in Richtung Niederntudorf.
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Das Tudorfer Bahnhofsgebäude ist in Privatbesitz. Hier die Straßenseite.
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Blick von der ehemaligen Gleisseite (Tudorf hatte 3 Gleise und 2 Abstellgleise) auf den Bahnhof: komplett zugewuchertes Gleisfeld.
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Der Bahnübergang Lohweg (Haarener Straße). Vorn links kann man die Trasse in den Bahnhof erahnen. Ich kann mich noch erinnern, dass ich hier bei Rotlicht hin und wieder warten musste.
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Alle Brücken und Tunnel (außer der Almer Tunnel) sind mit Betonstahlmatten vor Zutritt gesichert.
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Hinter dem Gebäude befindet sich heute der private Garten etwa bis zum Gleis 1.
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Hier der Blick auf die frühere Bahnhofszufahrt für Kfz.
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Blick aus den Bahnhofsbereich Richtung Wewelsburg/Büren.
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Das ehemalige Wewelsburger Bahnhofsgebäude heute. Die Gleise lagen rechts.
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Blick von der Salzkottener Straße auf die ehemaligen Gleise am Bahnhof.
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Das Gebäude ist wie fast alle bewohnt und in Privatbesitz. Die Gleise 1 und 2 lagen hinter dem Gebäude. Wenn hier irgendwann wieder Züge fahren, wird es eventuell wieder zwei Gleise geben, um den Bus-Shuttle-Betrieb zum Flughafen ungestört fahren zu können. Schließlich könnten aus Brilon und Paderborn Zubringerzüge einrollen...
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Blick von der Salzkottener Straße in Richtung Büren. Von hier geht es nach einem Linksbogen über die Almebrücke (s. unten), kurz danach tauchten die Züge in den Wewelsburger Tunnel (143m) ein. Beide Tunnel - auch der Ahdener (118m), der das Dorf an der Moosbruchstraße unterquert - sind nicht mehr zu betreten, sie wurden abgesperrt.
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Ehemaliger Bahnübergang Salzkottener Straße (L751): links Richtung, Büren, rechts Richtung Paderborn.
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Die Almebrücke in Wewelsburg. Aus Richtung Wewelsburger Bahnhof (links) in den Wewelsburger Tunnel (rechts) nach Büren.
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Die Almebrücke in Ahden in Bahnhofsnähe.
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Blick von der Brücke Richtung Bahnhof Ahden. Früher noch 100m zu fahren, heute vielleicht in 100 Minuten zu durchkämpfen.
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Auf der Almebrücke Richtung Wewelsburg/Paderborn.
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Auch diese Bahnhofsgebäude ist bewohnt. Das Streckengleis und ein Abstellgleis lagen diesseits des Gebäudes. Die Züge hielten dirket vor dem Gebäude, um den Straßenübergang nicht zu blockieren.
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Blick von der Forkstraße in das Bahnhofsgelände Richtung Paderborn.
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Zwischen Gebäude und Landstraße: Blick auf die Forkstraße mit ehemaligem Bahnübergang.
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Hier ging es in Richtung Büren weiter zum Ahdener Tunnel, der etwa 200m entfernt beginnt.
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Einfahrt in den Ahdener Tunnel aus Richtung Wewelsburg/Paderborn. Das gibt es offensichtlich nicht nur auf Modellbahnen: direkt über dem Tunnelportal steht ein Wohnhaus in der Kurve der Moosbruchstraße in Ahden. Ich weiß nicht, ob es zu Zeiten des regulären Fahrbetriebs die kleine Treppe auch schon gab? Hätte man mit dem Lokführer ja fast ein Schwätzchen halten können...
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Blick von der Straßenbrücke der L637 (Brenken-Ahden) in Richtung Ahden/Paderborn.
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Blick von der Straßenbrücke der L637 (Brenken-Ahden) in Richtung Brenken/Büren.
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Die Almebrücke zwischen Brenken und Ahden im Kampf gegen den Korrosionszerfall. Daneben stehen die Brückenpfeiler der Autobahn A44. Der Radweg Paderborn-Büren-Ringelstein-Brilon verläuft übrigens in weiten Teilen neben oder ganz in der Nähe der Almetalbahntrasse.
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Der Brenkener Bahnhof ist in Privatbesitz, ein echtes Schmuckstück.
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Einfahrt zum ehemaligen Bahnhof Brenken. Das Kopfsteinpflaster führt an der Bahnsteigkante entlang.
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Blickrichtung Gleisanlagen Bahnhof Brenken. Ich stehe am früheren Bahnübergang Sendstraße/Loretoberg. Mittig das Streckengleis 2, rechts das Abstellgleis 1 mit Prellbock Richtung Büren, links das Umfahrgleis/Streckengleis 3
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So gepflegt hat er früher wohl nie ausgesehen. Die alten Gleisanlagen (3 Gleise) lagen auf der Rückseite des Gebäudes und sind zugewuchert. Hier vorn war der Weg für die Kraftfahrzeuge, Fuhrwerke, Fahrräder, Fußgänger etc.
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Die alte Bahnsteigkante. Hier lagen früher die Gleise: direkt hier das Abstellgleis 1 mit einer Länge von 257m; hier mag wohl auch der Prellbock gestanden haben. Links daneben die Streckengleise 2 und 3 mit je 327m Nutzlänge.
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Die Gegenrichtung nach Büren, gleicher Bahnübergang. Es sieht danach aus, dass die Besitzer und Nachbarn der Grundstücke (oder die Gemeinde?) die Trasse nicht völlig verwildern lassen, sondern sie ein Stück in Ordnung halten. Klasse!
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Direkt vor uns lag das Gleis Paderborn-Büren. Wir sind in der Mucht, Blickrichtung Büren: ab hier noch einmal ca. 90° links, dann ca. 120° rechts und schon fuhr man in die Gleisanlagen von Büren ein. Oben rechts im Bild die Geseker Bahnlinie. Im Einschnitt gab es früher eine Stahlbrücke, die vor einigen Jahren abgerissen wurde.
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Wenn man weiter über die Stahlbrücke fuhr, gelangte man an diese Örtlichkeit: Die ehemalige Bahnlinie Büren-Geseke verlief auf dem Damm und überquerte das kleine Steinviadukt. Danach ging es in einem sehr weiten, flachen Bogen links herum zum Kapellenberg und wieder bergab in Richtung Steinhausen.
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Dieses Gleis führte bis in die 1950er Jahre nach Geseke, danach immerhin noch zur Firma Kleeschulte. Der Schrotthändler, der die Almetalbahnschienen abgebaut hat, hat noch eine Schiene belassen, die hangseitige fehlt.
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Der Bahndamm der Geseker Strecke aus dem Bürener Bahnhof heraus. Der Versuch, die alte Strecke zu betreten, scheitert. Undurchdringlicher Urwald auf dem Damm. Im Hintergrund rechts die Gebäude der Fa. Kleeschulte.
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Statt Gleisanlagen Natur pur. In wenigen Jahren holt sich die Natur so viel zurück.
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In Richtung Paderborn das gleiche Bild. Im Hintergrund der Schornstein von Spahn, rechts daneben endete die Seilbahn vom Zementwerk Evers, ganz rechts am Bildrand das ehemalige Kornhaus.
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Blick vom Kapellenberg auf die ehemaligen Bahnhofsanlagen.
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Büren, Juni 2019: Das Dienstgebäude ist in einem schlechten Zustand, das komplette ehemalige Bahnhofsgelände schaut trostlos aus und ist abgesperrt.
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Standort Bahnhofstraße, ehemaliger Bahnübergang: Genau hier links standen früher Wasserturm und Lokschuppen. Keine Spur mehr von unserem schönen Bahnhof. Rechts das neue Verwaltungsbebäude der Caritas.
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Die Gegenrichtung, also Blickrichtung Brilon. Wildnis pur. In 300m Entfernung befand sich der Haltepunkt am Weinberg, der vom Schienenbus der Waldbahn Almetal bis 2014 angefahren wurde.

Fortsetzung in Richtung Ringelstein, Brilon und Brilon-Wald folgt!

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