Letzte Ergänzungen:

Sa, 07.12.2019 – 12.00h

Friedel

Webmaster

 

Für Toleranz und Menschlichkeit!

Gegen den
rechten Mob!

Benzin im Blut!

Ein Leben lang...

Prolog

Kindheit im Wandel – Von der Gnade der frühen Geburt

„Wenn du nach 1978 geboren wurdest, hat das hier nichts mit dir zu tun. Verschwinde! Kinder von heute werden in Watte gepackt. Wenn du als Kind in den 50er, 60er oder 70er Jahren lebtest, ist es zurückblickend kaum zu glauben, dass wir so lange überleben konnten!

Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags. Unsere Bettchen waren angemalt in strahlenden Farben voller Blei und Cadmium. Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso wie die Flasche mit Bleichmittel. Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen. Auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm. Wir tranken Wasser aus Wasserhähnen und nicht aus Flaschen. Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar. Wir verließen morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein, wenn die Straßenlaternen angingen. Niemand wusste, wo wir waren, und wir hatten nicht mal ein Handy dabei!

Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen und Zähne, und niemand wurde deswegen verklagt. Es waren eben Unfälle. Niemand hatte Schuld außer wir selbst. Keiner fragte nach “Aufsichtspflicht”. Kannst du dich noch an “Unfälle” erinnern? Wir kämpften und schlugen einander manchmal bunt und blau. Damit mussten wir leben, denn es interessierte den Erwachsenen nicht.

Wir aßen Kekse, Brot mit dicker Butter, tranken sehr viel und wurden trotzdem nicht zu dick. Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche, und niemand starb an den Folgen. Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 86 Fernsehkanäle, Filme auf DVDs, Surround-Sound, eigene Fernseher, Computer, Internet-Chatrooms, Smartphones, iPads, Tablets. Wir hatten Freunde.

Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Straße. Oder wir marschierten einfach zu deren Heim und klingelten. Manchmal brauchten wir gar nicht klingeln und gingen einfach hinein. Ohne Termin und ohne Wissen unserer gegenseitigen Eltern. Keiner brachte uns und keiner holte uns. Wie war das nur möglich?

Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstöcken und Tennisbällen. Außerdem aßen wir Würmer. Und die Prophezeiungen trafen nicht ein: Die Würmer lebten nicht in unseren Mägen für immer weiter, und mit den Stöcken stachen wir nicht besonders viele Augen aus.

Beim Straßenfußball durfte nur mitmachen, wer gut war. Wer nicht gut war, musste lernen, mit Enttäuschungen klarzukommen. Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte nicht zu emotionalen Elternabenden oder gar zur Änderung der Leistungsbewertung.

Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen. Und keiner konnte sich verstecken. Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoßen hat, war klar, dass die Eltern ihn nicht aus dem Schlamassel heraushauen. Im Gegenteil: Sie waren der gleichen Meinung wie die Polizei! So etwas!

Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht. Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung. Mit all dem wussten wir umzugehen. Und du gehörst auch dazu? Herzlichen Glückwunsch!”

(gefunden in einer Zeitung im Jahr 2003; verändert und ergänzt; FW 2018)

Ich weiß nicht mehr genau, wann mir der Gedanke gekommen ist, an früher zu denken und diese Gedanken schriftlich zu formulieren. Es muss gegen Ende 2017 gewesen sein, als ich ‘mal wieder Fotos für den Familienkalender zusammensuchte. Mensch, was haben wir schöne Fotos von den Kindern, von früher. Sollte ich nicht einmal einen „Jahrhundert-Kalender“ zusammenstellen? Ein Projekt „Mein Leben in Bildern“. Aber was ist mit den Geschichten, die hinter den Bildern stehen? So wuchs langsam in mir der Gedanke, es würde mir Spaß machen, mein Leben für meine Familie vielleicht doch in Bild und Wort Revue passieren zu lassen. Stories, die mich bewegten, die ich nie vergessen werde, aufzuschreiben. Warum nicht auch Mama und Papa dazunehmen? Das Haus, die Straße, den Ort! Ich werde ja bald in Pension gehen. Und das Leben der Weber-Großväter. Rein damit. Also lieber etwas weiter ausholen. Ich ergänzte meine Hobbies und Leidenschaften, mein Berufsleben. So wurden immer neue Erinnerungen lebendig, die ich im Folgenden subjektiv wiedergebe. Damit ich nicht sterbe, bevor ich mit solch einem Buch fertig werde, musste ich dann doch irgendwo die Reißleine ziehen. Gut: Persönliches ist ein Muss, Geschichte aber auch. Und mein Leben ohne Motorfahrzeuge, ohne Benzingeschichten, das wäre eine einzige Lüge. So erklärt sich der motorische Benzin-im-Blut-Schwerpunkt. Für die Freunde der kleinen und großen Eisenbahn gibt es ebenfalls so einiges zu entdecken.
Ich hoffe, liebe Leserinnen und Leser, auch für euch ist das eine oder andere Kapitel von Interesse. Mir persönlich haben all die Recherchen viel Freude bereitet, insbesondere der kommunikative Umgang mit so vielen Gesprächspartnern, die noch willens und in der Lage waren, sich an früher zu erinnern.

Nun: zu dem dicken Buch – das fertige Inhaltsverzeichnis endet bei über 450 Seiten – wird es nicht mehr kommen. Stattdessen habe ich mich für eine Internetpräsenz entschieden. Dass es zu dieser Wendung kam, ist allein meinem Sohn Lukas Friedrich zu verdanken. Er hat mir die gewaltig hohen Starthürden genommen. Diese Site ist nicht meine erste Website, die ich aufbaue. Aber nach einer Pause von einigen Jahren hat sich die Technik stark weiterentwickelt. Mit meinem alten, oft instabilen Websitedesigner NetObjects Fusion war kein “Staat” mehr zu machen. Deshalb haben wir beide alles auf Null gesetzt. Der Herausforderung, immer wieder etwas Neues zu lernen, habe ich mich mein Leben lang gerne gestellt. Dieser Schritt war dennoch kein leichter. Lukas hat mich bei der Suche nach einem geeigneten Webhoster, einem guten CMS und den passenden PlugIns etc. toll beraten und die Einrichtung auf meiner Maschine vorgenommen. Da ich mich mit jedem Problem an ihn wenden kann, bin ich nun voller Tatendrang und motiviert, die Site mit Inhalt zu füllen. Danke, mein Sohn!

Intention meiner Website ist es, Informationen bereitzustellen, die mich ein Leben lang begleitet und interessiert haben. Eigentlich für die Menschen, mit denen ich zu tun hatte und zu tun habe. Ich stelle einerseits Historisches vor: Büren und die Briloner Straße im 20ten und 21ten Jahrhundert. Andererseits bildet mein Leben mit all den recht unterschiedlichen Facetten den zweiten inhaltlichen Komplex. Dazu zähle ich die Familie Weber in Büren, meine Hobbies und auch mein Berufsleben, alles dreht sich da um mich. Durch meine vielfältigen Hobbies und Interessen erweitert sich der Radius schnell und ich schweife in Bereiche weit außerhalb der Familie. Ein Beispiel ist die Historie der Eisenbahn im Raum Büren. Wenn ich an der einen oder anderen Stelle – zum Beispiel bei den Bildbeschriftungen – vom Thema scheinbar abweiche, ist dieses Vorgehen dennoch bewußt gewählt. Ich möchte primär meinen Kindern und Nachfahren Geschichten und Erlebnisse aus meinem Leben überliefern, die sie sonst nicht erfahren würden. Ich möchte die Zeit meiner Kindheit und Jugend festhalten, auch für mich selbst, und mein/unser Leben aus meiner persönlichen Sichtweise erzählen. Zielgruppe meines angedachten Buches war einmal unsere große Verwandtschaft und alle Bekannten sowie Nachbarn und Anwohner der Briloner Straße. Durch den Webauftritt habe ich die Inhalte des Buches verändert, angepasst an die weltweite Öffentlichkeit, mein Ziel aber nicht aus den Augen verloren.

 

Der Titel “Ein Leben lang …” erschien mir sehr zutreffend:

  • ein Leben lang mit meiner Frau Bianca und unseren vier Kindern Lukas, Julie, Hannah und Tom leben
  • ein Leben lang in unserem Weber-Haus leben
  • ein Leben lang in der Briloner Straße wohnen
  • ein Leben lang im schönen Städtchen Büren sein
  • ein Leben lang in meinem Lehrer-Beruf an St. Michael zu arbeiten
  • ein Leben lang Benzin im Blut zu haben
  • ein Leben lang immer wieder Neues zu beginnen
  • ein Leben lang sich nicht verbiegen lassen
  • ein Leben lang etwas zu riskieren …

Ich wünsche allen interessierten Besuchern eine kurzweilige Zeit!

Omnia aliena sunt, tempus tantum nostrum est. (Seneca)
Alles ist fremdes Eigentum, nur die Zeit gehört uns.

 

Rechts die Buchtitelseite von:
Friedel H. Weber, Weber Büren. Dieses Buch habe ich angefangen, werde es jedoch nicht beenden. Stattdessen kommt das Gros der angedachten Buchgeschichten in gekürzter Form auf meine Website.

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